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EINFÜHRUNG

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Komm herein und nimm Platz! Du möchtest die Regie übernehmen und deinen eigenen Stop-Motion-Trickfilm aufnehmen? Dann bist du hier richtig, dein Stuhl steht schon bereit!

Vielleicht kennst du »Wallace & Gromit« oder »Nightmare Before Christmas« und hast gerätselt, wie die Filme wohl entstanden sind. Oder du hast einen Stop-Motion-Clip bei YouTube angesehen und gedacht: »Das will ich auch können«.

Wir werfen gemeinsam einen Blick hinter die Trickfilm-Kulissen. Und schon sehr bald bist du ein Filmemacher!

ÜBER DIESES BUCH

Ich drehe regelmäßig Trickfilme mit Jugendlichen und bin immer wieder aufs Neue begeistert von euren außergewöhnlichen Ideen und Geschichten. Ich möchte dir in diesem Buch gerne meine Erfahrungen aus den Workshops weitergeben. Ich hoffe, meine Erfahrungen helfen dir bei der Entwicklung deiner eigenen Filme.

Du erfährst,

Übrigens findest du auf der Webseite des Verlags Hintergründe und Sound-Dateien, mit denen du deine Filme gestalten kannst: www.wiley-vch.de/ISBN9783527714841

ÜBER DICH

Ich bin mir sicher, du weißt schon eine ganze Menge! Bestimmt hast du schon viele Fotos aufgenommen in deinem Leben. Und wahrscheinlich fallen dir immer mal wieder tolle Geschichten und Witze ein. Vielleicht hast du ja sogar schon einmal einen eigenen Stop-Motion-Trickfilm aufgenommen.

Das sind die besten Voraussetzungen, um sofort loszulegen!

Begeisterung steckt an! Wenn du selbst von einer Sache überzeugt bist und Spaß daran hast, hast du bessere Ideen und kannst andere Menschen mitreißen.

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Sich selbst einen Trickfilm auszudenken, macht unglaublich viel Spaß! Du kannst eine Geschichte entwickeln, die ganz zu dir passt. Deinen Film wird es nur einmal geben – er ist sprichwörtlich »einzigartig«.

ÜBER DIE SYMBOLE IN DIESEM BUCH

Wenn du das Buch liest, werden dir drei Symbole immer wieder begegnen. Ich möchte dich dann auf bestimmte Dinge aufmerksam machen:

Warnung DeineDieses Symbol warnt dich, wenn etwas gefährlich ist, und sagt dir, worauf du aufpassen solltest.

Erinnerung DeineElefanten haben ein enorm gutes Gedächtnis! Deshalb weist dich dieses Symbol auf eine Information hin, die du dir unbedingt merken solltest.

Tipp Die Zielscheibe steht für einen guten Tipp, der dir zusätzlich helfen kann.

Hervorgehobene Textteile lenken deine Aufmerksamkeit auf eine Abbildung.

In einigen Abbildungen findest du eine Lupe. Sie zeigt Teile des Bildes in Großaufnahme. Ich nutze die Lupe vor allem, um bei Abbildungen von Software wichtige Funktionen erkennbar zu machen.

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Inhaltsverzeichnis

KAPITEL 1

DEIN ERSTER FILM

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IN STOP-MOTION-FILMEN IST ALLES MÖGLICH! LASS DEINER FANTASIE FREIEN LAUF — DU KANNST GEGENSTÄNDE SPRECHEN ODER DEINE FREUNDIN DURCH DEN RAUM SCHWEBEN LASSEN. In diesem Kapitel wirst du erfahren, was es mit der Technik auf sich hat und deinen ersten kleinen Film aufnehmen.

WAS IST STOP MOTION ÜBERHAUPT?

Stop Motion ist eine Technik, mit der du Trickfilme aufnehmen kannst. Anders als bei normalen Videos drückst du bei Stop-Motion-Filmen jedoch nicht nur einmal auf die Aufnahme-Taste, sondern fotografierst viele Einzelbilder. Zwischen zwei Fotos veränderst du immer eine Kleinigkeit. Reihst du am Ende alle Aufnahmen aneinander, entsteht ein kleiner Film.

Das menschliche Auge nimmt die Folge sich verändernder Bilder als Bewegung wahr. Vielleicht kennst du das Prinzip vom Daumenkino?

images Filme bestehen immer aus einzelnen Fotos. Auch jede Videokamera nimmt lediglich zwischen 24 und 30 Einzelbilder pro Sekunde auf. Das menschliche Gehirn kann bei dieser Anzahl an Bildern pro Sekunde nicht mehr erkennen, dass es sich um eine Folge einzelner Bilder handelt, sondern nimmt eine fließende Bewegung wahr.

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Das Besondere an Stop Motion ist, dass du Dinge darstellen kannst, die im echten Leben nicht möglich wären. Gummibärchen sprechen. Super Mario läuft aus dem Display heraus und durch dein Zimmer. Deine kleine Schwester kann fliegen. Was sich nach Zauberei anhört, gelingt ganz einfach mit einer Digitalkamera oder deinem Smartphone.

Neugierig geworden? Dann starte gleich mit deinem ersten kleinen Stop-Motion-Clip!

AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!

Du lernst jetzt erst einmal das Prinzip von Stop-Motion-Filmen kennen, indem du selbst einen kleinen Film aufnimmst. Dabei arbeitest du noch nicht mit einer speziellen App oder einer Software. Ab Kapitel 2 legen wir dann richtig los.

Zuerst einmal brauchst du eine Story, also eine Geschichte. Diese sollte wirklich ganz einfach sein, denn es geht erst einmal darum, dass du die Stop-Motion-Technik kennenlernst und verstehst, was du zu tun hast. Du hast noch keine Idee? Geh einfach mal durch dein Zimmer und sieh dich um. Vielleicht hast du einen Geistesblitz, wenn du bestimmte Gegenstände siehst.

Ich habe in meiner Kommode ein paar Figuren aus dem Modellbau gefunden. Beim Gang durch die Küche fiel mir dann noch ein Kürbis in die Hände. Damit drehe ich jetzt meinen kleinen Trickfilm. Meine Idee ist, dass die Bauarbeiter-Figuren etwas aus dem Kürbis bauen. Was, das verrate ich noch nicht.

Bist du auch soweit? Dann schnapp dir die Gegenstände, die du brauchst, und los geht's!

  1. Formuliere die Geschichte deines Kurzfilms in einem Satz.

    Wichtig ist, dass du jetzt auch schon das Ende im Kopf hast.

  2. Finde ein gutes Set.

    Das Set oder Filmset bleibt während des gesamten Films gleich und ist sozusagen das Bühnenbild deiner Bühne, auf der alles passiert. Das Bühnenbild eines Theaterstücks passt zur Handlung. Mach es genauso und finde ein Set, das zu deiner Story passt.

    Ich habe einen weißen Hintergrund gewählt, damit nichts vom Geschehen ablenkt. Du kannst natürlich mutiger sein und andere Hintergründe testen.

    Achte bei der Wahl deines Drehortes nur darauf, dass es hell genug ist zum Fotografieren. Später nutzen wir Lampen zur Ausleuchtung.

    Nun brauchst du eine Digitalkamera, ein Smartphone oder ein Tablet.

  3. Richte dein Filmset ein.

    Starte die Kamera(-app) und stelle das Gerät so vor deinem Set auf, dass alles gut zu sehen ist. Überprüfe auch, ob nicht zu viel auf dem Bild ist, zum Beispiel die Ränder von deinem Filmset.

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    Anders als bei herkömmlichen Videoaufnahmen bewegst du bei der Stop-Motion-Technik nicht deine Kamera, sondern die Figuren, die sich davor befinden. Deine Kamera bleibt fest an einer Stelle stehen.

    images Damit die Kamera nicht versehentlich verrutscht, kannst du die Stelle markieren, an der sie stehen soll. Ich klebe dazu immer Malerkrepp auf den Tisch, denn das hinterlässt keine Rückstände. Du kannst die Kamera auch von beiden Seiten mit Büchern stabilisieren.

    Wie soll dein Film starten? Was soll zu Beginn zu sehen sein?

  4. Baue deine Gegenstände und Figuren auf.

    Ich habe meine Bauarbeiter auf dem halbierten Kürbis positioniert.

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    Nun heißt es »Klappe Nummer 1, Film ab!« Du bist jetzt Kameramann oder Kamerafrau.

  5. Nimm das erste Foto auf. Schiebe dann deine Figuren ein kleines bisschen weiter und drücke wieder auf den Auslöser. So gehst du jetzt bis zum Ende deiner Geschichte vor.

    Meine Bauarbeiter sollen den Kürbis aushöhlen, also lasse ich sie mit jedem weiteren Bild immer mehr Kerne entfernen.

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images Je weniger du die Figuren von einem Bild zum anderen verschiebst, desto flüssiger sieht später im Film die Bewegung aus. Allerdings brauchst du dann umso mehr Bilder, um deine Story zu erzählen. Probiere für den Probefilm einfach mal beides aus.

images Pass auf, dass deine Finger beim Auslösen nicht vor der Linse sind. Sollte das doch einmal passieren, musst du das Bild nochmal knipsen.

Meine Figuren haben die Bauarbeiten abgeschlossen – fertig ist die Halfpipe. Die ersten Skater üben ihre Tricks und mein Film ist zu Ende.

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Ist dein letztes Bild auch im Kasten? Super! Dann klopf dir erst einmal selbst auf die Schulter. Du hast soeben deinen ersten Stop-Motion-Film gedreht. Du kannst ihn dir ansehen, indem du deine Fotos in schnellem Tempo in einer Diashow abspielst.

Du hast die Stop-Motion-Technik verstanden. Dann können wir ja jetzt richtig loslegen!

In den nächsten Kapiteln erfährst du, was du außer einer Kamera noch brauchst, wie du richtig gute Bilder machst und welche Tricks es bei der Animation von Figuren gibt. Du wirst zaubern und dafür eine Menge Spezialeffekte kennenlernen. Und dann kann es losgehen mit deinem Stop-Motion-Trickfilm. Worauf warten wir noch?