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Inhalt

Vorwort

1 Einführung

Ziel und Struktur des Bandes

Überblick über die empirischen Studien

2 Ausmaß der Finanz- und Wirtschaftskrise

Ausmaß der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Unternehmen

Betroffenheit einzelner Unternehmensfelder

Auswirkung der Finanz- und Wirtschaftskrise im Controlling

Verändertes Aufgabenspektrum im Controlling

3 Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise in der Planung

Funktionen der Planung

Aufgaben im Planungsprozess

Ausgestaltung der Budgetplanung

Organisation der Planung

Gegenstand der Planung

Zusammenfassung

4 Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Berichtswesen

Prozess der Monatsberichterstellung

Inhalte des Monatsberichts

Zusammenfassung

5 Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Investitionscontrolling

Prozess des Investitionscontrollings

Investitionsrechenverfahren und ihre Datenbasis

Zusammenfassung

6 Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Controller

Aufgabenschwerpunkte und Fähigkeiten der Controller

Beitrag der Controller zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise

Controllingkapazitäten und Arbeitsbelastung

Zusammenfassung

7 Zukunftsprognose: Wie geht es weiter?

8 Zusammenfassung

9 Literaturverzeichnis

In eigener Sache

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber lehrt Controlling an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Seine Devise ist: »Nichts ist so gut für die Praxis wie eine gute Theorie«. Er ist Herausgeber der Zeitschrift für Controlling & Management sowie Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher, u. a. der Einführung in das Controlling, und darüber hinaus einer der Gründungspartner der Managementberatung CTcon.

Susanne Zubler, Master of Arts University of Zurich, ist wissenschaftliche Assistentin am Institut für Management und Controlling (IMC) an der WHU – Otto Beisheim School of Management und betreut das WHU-Controllerpanel. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Controlling und Institutionentheorie.

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Vorwort

Liebe Leser,

die Krise »feiert aktuell Geburtstag«. Sie hat den Finanzsektor längst verlassen und die gesamte Wirtschaft erfasst – und dies weltweit. Hoffnungen auf ein schnelles Ende scheinen verfrüht zu sein. Die ausgelösten Verschuldungsprobleme werden noch eine ganze Generation betreffen.

Controller sind in dieser Krise in vielfältiger Hinsicht betroffen. Sie waren es, die die Tragfähigkeit ihrer Planungen haben dahinschwinden sehen, sie mussten von einer gewohnten Planungsfokussierung abgehen und helfen, »auf Sicht« zu fahren. Sie erlebten auf der anderen Seite eine – zum Teil deutliche – Aufwertung ihrer Bedeutung ebenso wie eine gesteigerte Aufmerksamkeit des Managements. Sie haben diese mit deutlicher Mehrarbeit bewältigt und sind dafür von Einsparungswellen (bislang) verschont geblieben.

Was ist aber innerhalb dieses »big picture« passiert? Wie haben Controller die Planung den geänderten Umfeldbedingungen angepasst? Gibt es neue krisenbezogene Steuerungsprozesse und/oder Steuerungsgrößen? Welche Bedeutung haben traditionelle Budgets? Wie hat die Krise Einfluss auf das Berichtswesen genommen? Kurz: Wie hat die Krise die Aufgaben der Controller im Detail beeinflusst? Gibt es Best Practices bei der Reaktion auf die Krise?

Um diese Fragen zu beantworten, haben wir im WHU-Controllerpanel entsprechende Befragungen durchgeführt, beginnend im November 2008, und können nun ein genaues Bild des Krisenverlaufs und seiner Konsequenzen für das Controlling zeichnen. Die Mitglieder des Panels haben trotz ihrer erheblich gestiegenen Arbeitsbelastung in der Krise die Zeit für die drei Online-Befragungen investiert – ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt, ebenso wie Jochen Rehring, der unermüdlich an der Auswertung der vielen Daten mitgewirkt hat. Dank gilt auch dem CCM-Team Cord Burchard, Martin Holzhacker, Timo Meyer und Barbara Voußen, die für die meisten der in diesem Band ergänzenden Exkurse verantwortlich zeichnen, sowie Mario Thaten und Oliver Skiba, die die Krisenergebnisse durch eine gesonderte Budgetierungserhebung ergänzt haben.

Wir haben die Ergebnisse dieser quantitativen Erhebungen im zweiten Schritt mit den Erkenntnissen aus unserer Arbeit im Center for Controlling & Management (CCM) verglichen und ergänzt. Im CCM arbeiten zwölf Unternehmen – davon zehn DAX 30-Unternehmen – seit Jahren eng mit uns zusammen, und wir haben über die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit schon häufiger in dieser Schriftenreihe berichtet.

Herausgekommen ist ein detaillierter Einblick in die aktuelle Situation des Controllings, der dem Leser vielfältige Bezugspunkte liefert, um seine eigene Position besser einschätzen zu können, und vielfältige Hilfestellungen gibt, um Konsequenzen für das eigene Controlling abzuleiten. Insofern erfüllt auch dieser Band der Schriftenreihe Advanced Controlling die intendierte Funktion, in knapper Form über wichtige Erkenntnisse und Entwicklungen im Controlling zu berichten und Grundlage für konkrete praktische Maßnahmen und Veränderungen zu sein.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihr Jürgen Weber

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Einführung

Ziel und Struktur des Bandes

Die Finanz- und Wirtschaftskrise nahm im Frühsommer 2007 ihren Anfang mit der »subprime«-Krise im Finanzsektor der USA und hat sich im Anschluss zu einer globalen Krise ausgeweitet. Längst hat die Krise die reale Wirtschaft getroffen und schlägt sich in deutlich gesunkenen Auftragseingängen und Umsätzen nieder. Dagegen gibt es deutliche Zeichen für eine Erholung des Finanzsektors, erste Finanzinstitute veröffentlichen bereits wieder positive Quartalsabschlüsse.

Als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise bringen Regierungen weltweit Konjunkturpakete auf den Weg, die weiteren negativen konjunkturellen Entwicklungen entgegenwirken sollen. Doch selbst Finanzexperten streiten weiter über den Fortgang und das tatsächliche Ausmaß der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Unsicherheit für die einzelnen Unternehmen beziehungsweise ihre Entscheidungsträger bleibt.

Es heißt, solche wirtschaftlich schlechten Zeiten seien gute Zeiten für Controller. Die Unterstützung des Managements bei der Bewältigung von Unsicherheit in Krisenzeiten fällt in den Kernaufgabenbereich der Controller und bietet die Möglichkeit, den eigenen Einfluss zu stärken. Doch darüber, wie sich die derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklungen wirklich auf die Tätigkeiten der Controller auswirken und welche Maßnahmen sie ergreifen und als erfolgversprechend einschätzen, ist bisher wenig bekannt. Aus diesem Grund hat das Institut für Management und Controlling (IMC) an der WHU – Otto Beisheim School of Management im Herbst 2008 begonnen, großzahlige empirische Studien zu diesem Thema durchzuführen. Ergänzend werden deren Ergebnisse mit Konzerncontrollern der CCM-Partnerunternehmen diskutiert, um die großzahligen Ergebnisse besser interpretieren zu können und Hinweise darauf zu bekommen, welche Veränderungen und Maßnahmen die Konzerncontroller aktuell umsetzen und als langfristig tragfähig betrachten. Die in diesem Advanced Controlling-Band vorgestellten Benchmarkergebnisse sollen Managern und Controllern einen Orientierungspunkt in der Krise liefern. Sie geben folglich erste Hinweise darauf, welche Maßnahmen andere Unternehmen bereits ergriffen haben und welche Anknüpfungspunkte es möglicherweise für das eigene gibt.

Die durchgeführten Studien werden wir im nächsten Abschnitt kurz vorstellen. Die Ergebnisse beschäftigen sich zunächst mit den allgemeinen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Unternehmen und das Controlling. Darauf folgend wird detailliert auf den Umgang mit der Krise in ausgewählten Kernaufgabenbereichen der Controller eingegangen. Den Abschluss bildet ein Blick in die Zukunft.

Überblick über die empirischen Studien

Die Befragungen wurden im Rahmen des WHU-Controllerpanels durchgeführt, einer langfristig angelegten empirischen Untersuchung, mit der Benchmarkgrößen ermittelt und langfristige Trends aufgedeckt werden sollen (für nähere Informationen siehe www.whucontrollerpanel.de).

Basis des WHU-Controllerpanels ist eine jährlich durchgeführte Längsschnittstudie, die einen repräsentativen und aktuellen Überblick über die Controllership – die Gesamtheit der Aufgaben der Controller – in (primär) deutschsprachigen Unternehmen liefert.

Zusätzlich wurden noch drei kürzere »Flashlightstudien« mit wechselnden Schwerpunkten zur Finanz- und Wirtschaftskrise durchgeführt. Die erste Befragung mit 434 Teilnehmern bei einer Rücklaufquote von 61% fand im November 2008 statt, gefolgt von der zweiten Befragung im April 2009 mit 311 Respondenten, bei einer Rücklaufquote von 39 %. An der letzten Befragung im September 2009 haben 315 Mitglieder teilgenommen, bei einer Rücklaufquote von 37 %. Die in diesem Advanced Controlling-Band vorgestellten Ergebnisse basieren primär auf diesen drei Studien, zusätzlich wurden jedoch auch besonders spannende Ergebnisse der diesjährigen Längsschnittstudie berücksichtigt, die im Juli 2009 durchgeführt wurde und mit 362 Teilnehmern eine Rücklaufquote von 45% erzielt hat. Über die Befragungszeitpunkte hinweg hat sich die Mitgliederzahl des WHU-Controllerpanels leicht erhöht; damit hat sich auch die den Befragungen zu Grunde liegende Grundgesamtheit leicht vergrößert. Den Teilnehmern der Befragung werden die entsprechenden Ergebnisse jeweils in Form eines umfassenden Ergebnisberichts zur Verfügung gestellt. Daneben wird auch jährlich ein überblicksartiger Artikel über die Ergebnisse der Längsschnittstudie veröffentlicht (vergleiche Weber et al. 2009a sowie Weber et al. 2009b).

Trotz der leicht schwankenden Rücklaufquoten und der gewachsenen Grundgesamtheit ist die Teilnehmerbasis hinsichtlich aller wesentlichen Strukturmerkmale stabil geblieben. Im weiteren Verlauf dieses Advanced Controlling-Bandes werden primär Branche, Unternehmensgröße, Unternehmenserfolg und Krisenbetroffenheit zur Kategorisierung der Ergebnisse verwendet.

Als letztes Strukturmerkmal haben wir den Unternehmenserfolg herangezogen. Studien weisen darauf hin, dass Controller durch ihre Einflussnahme auf die Managemententscheidungen indirekt Einfluss auf diese nehmen können (vergleiche Sill 2008) – wir haben diesem Thema einen eigenen Band in dieser Schriftenreihe gewidmet (vergleiche Weber 2009). Deshalb kann auch das Vorgehen von Controllern in sehr erfolgreichen Unternehmen eine Orientierungshilfe sein. Gemessen wurde der Unternehmenserfolg anhand von drei Erfolgsgrößen im Wettbewerbsvergleich: der Erfolg am Markt, die Flexibilität des Unternehmens und der wirtschaftliche Erfolg. Anhand des daraus gebildeten Index wurden die Unternehmen in »weniger erfolgreiche«, »durchschnittlich erfolgreiche« und »sehr erfolgreiche« unterteilt. Dabei zeigen die Ergebnisse der durchgeführten Studien, dass die Wirtschaftskrise auch an sehr erfolgreichen Unternehmen nicht vorbeigeht: Lediglich ein gutes Drittel der sehr erfolgreichen Unternehmen betrachtet sich als nicht oder nur gering von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen.

Diese und andere Ergebnisse der Befragungen wurden detailliert mit Konzerncontrollingleitern aus namhaften Großunternehmen diskutiert, die im Rahmen des Centers for Controlling & Management (CCM) mit dem Institut für Management und Controlling (IMC) an der WHU – Otto Beisheim School of Management zusammenarbeiten. Einzelne Diskussionsbeiträge, angereichert durch die Erfahrungen mit bestimmten Maßnahmen in den ausgewählten Großunternehmen, fließen in Form von Exkursen in den vorliegenden Advanced Controlling-Band ein.

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Ausmaß der Finanz- und Wirtschaftskrise

Ausmaß der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Unternehmen

Allgemeiner Überblick über die Krisenbetroffenheit