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Sex für Dummies

Inhaltsverzeichnis









































































































































































































































































































































































































Danksagung der Autorin

Ich bin überaus dankbar für den enormen Beitrag, den Pierre Lehu beim Schreiben dieses Buches geleistet hat. Pierre und ich arbeiten nun schon im 26. Jahr zusammen! Er ist der beste »Minister für Kommunikation«, den man sich wünschen kann. Ein spezieller Toast auf Pierre und auf viele weitere Jahre der Zusammenarbeit.

Es gibt so viele Menschen, denen ich zu danken habe, dass ich ein weiteres Kapitel füllen könnte. Daher will ich nur einige wenige nennen: Dr. David Best, Gwynne Bloomfield-Pike, Marcie Citron, Martin Englisher, Dr. Cynthia Fuchs-Epstein und Howard Epstein, Gabe Erem, Dr. David Goslin, David Hager, Mark Hager, Alfred Kaplan, Dr. Steve Kaplan, Dr. Robert Krasner, Ronnie und Michael Kassan, John Kilcullen, Marga und Bill Kunreuther, Dr. Stephen Lassonde, Gabrielle Lehu, Peter Lehu, Dr. Lou Liebermann und Dr. Mary Cuadrado, John und Ginger Lollos, Dr. Sanford Lopater, Jonathan Mark, Dr. Mary Jane Minkin, Dale Ordes, Fred und Ann Rosenberg, Cliff und Eleanor Rubin, Peter Schaefer, Joanne Seminara, Rose und Simeon Schreiber, Daniel Schwartz, Amir Shaviv, Dr. Jerry Singerman, Richard Stein, Hannah Strauss, Betsy und Dr. William Sledge, Kathy Welton, Greg Willenborg, Ben Yagoda und Dr. Froma Zeitlin.

Danke an die Mitarbeiter bei Wiley: Was für ein großartiges, hart arbeitendes, kompetentes und fachkundiges Team ihr seid! Besonderen Dank an Stephen Kippur, Wileys Vorsitzenden, für seine Gesamt-Supervision und an Alissa Schwipps und Vicky Adang für ihre harte Arbeit. Außerdem möchte ich Kathy Nebenhaus, Kathy Cox, Lindsay McGregor und unseren neuen Fachlektoren Dr. Christopher F. Fariello und Dr. LeeAnne M. Nazer danken.

A

Ein Blick in meine Praxis

Ich empfehle in diesem Buch immer wieder, einen Sexualtherapeuten aufzusuchen, wenn Sie im Hinblick auf Sex ein Problem haben, mit dem Sie selbst nicht zurechtkommen. Sie brauchen dazu nicht einmal einen Partner (obwohl es bei einer Partnerschaft besser wäre, wenn beide zur Beratung gingen).

Sie fragen sich wahrscheinlich, was der Besuch beim Sexualtherapeuten bringen wird. Wir Sexualtherapeuten wissen, dass die Angst vor dem Unbekannten viele Menschen mit Sexualproblemen davon abhält, einen Termin zu vereinbaren. Ich hoffe, dass am Ende dieses Teils jeder, der ein Problem hat, genug über die Vorgänge bei einer Sexualtherapie weiß, damit er keine Scheu mehr hat, den Telefonhörer abhebt und so schnell wie möglich einen Termin vereinbart.

Bei der Prüfung des sexuellen Zustands alles offenlegen

Wenn es um das Thema Sex geht, ist immer Scham im Spiel. Wenn Sie zum Arzt gehen, sind Sie nicht schockiert, wenn Sie Ihre Bekleidung teilweise oder sogar ganz ablegen müssen. Es macht Ihnen nicht viel aus, da Sie wissen, dass ein Arzt viele nackte Körper gesehen hat, daran gewöhnt ist und keine Hintergedanken hat.

i0363.jpgWenn Sie einen Sexualtherapeuten aufsuchen, werden Sie niemals aufgefordert, sich auszuziehen – zumindest nicht, wenn es sich um eine seriöse Praxis handelt. Falls das geschieht und der Therapeut nicht zusätzlich Mediziner ist, was bei sehr wenigen Sexualtherapeuten der Fall ist, sollten Sie sofort die Praxis verlassen.

Ein Sexualtherapeut wird Ihnen allerdings eine Menge Fragen stellen, die sich auf sehr persönliche Themen beziehen, über die Sie vielleicht noch nie mit jemandem gesprochen haben. So wie Ärzte daran gewöhnt sind, nackte Menschen zu sehen, sind Sexualtherapeuten daran gewöhnt, sehr intime Details aus dem Leben der Menschen zu hören, die sie aufsuchen. Also bleiben Sie ganz ruhig und akzeptieren Sie, dass Sie nichts verheimlichen dürfen, wenn die Therapie erfolgreich sein soll.

Sagen Sie die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

i0364.jpgMit den Fragen, die ein Sexualtherapeut stellt, prüft er den sexuellen Status und versucht zu ermitteln, mit welchen Problemen Sie sich herumschlagen. Ein Sexualtherapeut stellt Ihnen viele verschiedene Fragen, unter anderem auch zu Ihrer Vergangenheit, die Sie selbst vielleicht gar nicht für relevant halten.

Um zu erklären, warum diese Fragen von so großer Bedeutung für den Erfolg der Untersuchung sind, komme ich auf den vertrauten Boden einer ärztlichen Untersuchung zurück. Nehmen Sie an, Sie gehen zum Arzt, weil Sie ein bestimmtes Problem mit einer Ihrer Körperfunktionen haben. Aber der Arzt findet heraus, dass Ihr Problem nur ein Symptom für eine andere Störung ist, die zuerst behandelt werden muss. Sie gehen beispielsweise zum Arzt, weil Sie kurzatmig sind, aber nach der Untersuchung teilt Ihnen der Arzt mit, dass das Problem nichts mit den Lungen zu tun hat. Der wahre Grund könnte sein, dass Ihre Arterien verstopft sind. Das Gleiche gilt für die Sexualtherapie und ist der Grund, warum der Sexualtherapeut so viele Fragen stellen muss.

Ein typisches Beispiel: Ein Paar kommt zur mir, weil der Mann sich beschwert, dass sie nicht oft genug Sex haben. Beide nehmen an, dass das Problem mit dem geringen Verlangen der Frau nach Sex zu tun hat. Sehr oft stelle ich fest, dass das Problem nichts mit Sex zu tun hat, sondern damit, dass sie aus ganz anderen Gründen wütend auf ihn ist, zum Beispiel, weil er nie bei der Hausarbeit hilft, obwohl beide Vollzeit arbeiten. Solange dieses Problem nicht gelöst ist, wird sich das Sexleben des Paares nicht verbessern.

Ich weiß, dass es peinlich sein kann, diese ganzen Fragen zu beantworten. Aber Sie haben ja gelernt, mit der Scham fertig zu werden, wenn Sie sich beim Arzt ausziehen, weil das für die Heilung nötig ist. Daher sollten Sie sich durch derartige Gefühle auch nicht von einem Besuch beim Sexualtherapeuten abhalten lassen. Wenn Sie einmal losgelegt haben, werden Sie herausfinden, dass es überhaupt nicht so schwierig ist, offen und ehrlich zu sein. Es wird Sie erleichtern, wenn Sie Ihre Last bei jemandem loswerden, der Ihnen helfen kann.

Einer nach dem anderen, bitte

Wenn ein Paar zum ersten Mal zu mir kommt, befrage ich die beiden zuerst fast immer getrennt. So höre ich beide Seiten der Geschichte, wobei keine von beiden der ganzen Wahrheit entsprechen muss. Aber wenn ich beide Seiten gehört habe, sehe ich meistens klarer, wo die wirkliche Ursache des Problems liegt.

Bei dieser ersten Sitzung unterhalte ich mich nach den Einzelgesprächen noch einmal mit dem Paar. Wir versuchen zu erreichen, dass jeder der beiden die Sorgen des jeweils anderen versteht. Mit manchen Paaren vereinbare ich nach diesem ersten Besuch immer gemeinsame Sitzungen. Bei anderen Paaren gibt es zusätzliche Einzelsitzungen.

Brauchen Sie einen Partner?

Sie brauchen für einen Besuch beim Sexualtherapeuten keinen Partner. Viele Leute kommen zu mir, weil sie eine Beziehung abgebrochen haben (teilweise aus sexuellen Gründen) und nicht wollen, dass das Gleiche mit dem nächsten Partner wieder passiert. In diesen Fällen gebe ich andere Hausaufgaben mit, aber ich kann trotzdem für gewöhnlich helfen.

Ich bitte diese Leute immer, mich anzurufen, wenn sie einen neuen Partner gefunden haben. Ich lasse mir dann berichten, wie die Dinge laufen. Manchmal müssen sie mich mit ihrem neuen Partner aufsuchen, aber weil sie vorbereitet sind (sie kennen ihr Problem und lassen nicht zu, dass es sich weiter in die Länge zieht), kann ich vielen von ihnen in ihrer neuen Beziehung behilflich sein.

Ich bin keine Ärztin: Körperliche Probleme ausschließen

In den USA beantworte ich die Fragen vieler Menschen, entweder in Fernseh- oder Radiosendungen oder in Zeitungskolumnen, und ich muss dabei immer wieder darauf hinweisen, dass ich keine Ärztin bin. Das bedeutet, dass es eine Menge Fragen gibt, die ich nicht beantworten kann, da sie medizinischer Natur sind. Wenn mich ein Patient aufsucht, ist es unbedingt notwendig, dass medizinische Fragen abgeklärt werden, bevor ich übernehmen kann.

i0365.jpgZusätzlich zur ersten ethischen Regel für Sexualtherapeuten – nämlich, dass die Patienten ihre Kleidung anbehalten – gibt es daher eine weitere: Zunächst muss ausgeschlossen werden, dass es sich um ein körperliches Problem handelt. Jedes Mal, wenn das Problem körperlicher Art ist, zum Beispiel der Mann keine Erektion bekommen kann oder die Frau beim Geschlechtsverkehr Schmerzen hat, muss der Sexualtherapeut den Patienten zuerst zu einer ärztlichen Untersuchung schicken.

Warum sollte man nicht versuchen, zunächst das psychische Problem zu heilen? Falls im Hintergrund ein körperliches Problem besteht, könnte sich jede Verzögerung der Behandlung als tödlicher Fehler erweisen – im schlimmsten Fall etwa bei einem Tumor, der sich auf die Sexualfunktionen auswirkt. Der andere Grund besteht darin, dass ich mich irren könnte, wenn ich meine, dass das alles nur im Kopf meines Patienten stattfindet. Und falls ein körperliches Problem besteht, warum sollte man dann Zeit und Energie darauf verschwenden, ein psychisches Problem zu heilen, das nicht die Wurzel des Übels ist?

Der Arzt informiert mich über alle ermittelten körperlichen Probleme und über die Behandlung. Sobald der Patient körperlich gesund ist, kann ich beginnen, mit den Methoden der Verhaltenstherapie zu helfen. Denn darum geht es bei der Sexualtherapie – um eine Änderung von Verhaltensweisen.

Akzeptieren, dass Sex etwas Natürliches ist

Ein wesentliches, grundlegendes Prinzip der Sexualtherapie ist, dass sexuelle Reaktionen ein natürlicher Vorgang sind, wie beispielsweise das Niesen. Es ist nichts, was man lernen müsste. Wenn Sie Probleme mit Ihren sexuellen Funktionen haben, ist meine erste Annahme, dass etwas vor sich geht, das Sie davon abhält, das Natürlichste der Welt zu tun.

Wenn Sie über Ihre Probleme reden, sollte ich in der Lage sein herauszufinden, worum es sich dabei handelt. Sobald das Problem erkannt ist, werden sich Ihre Ängste verringern. Das ist ein wichtiger erster Schritt, um Sie in Ihren natürlichen Zustand zurückzuversetzen. Wir Sexualtherapeuten nennen es eine Erlaubnis erteilen: entweder die Erlaubnis erteilen, an sexuellem Vergnügen teilzunehmen (indem man zum Beispiel einen Orgasmus hat), oder auf eine bestimmte sexuelle Aktivität zu verzichten.

Zu psychosexueller Therapie übergehen

Ich wurde von Dr. Helen Singer Kaplan an der New York Hospital - Cornell University Medical School ausgebildet, und ihre Methode geht über die reine Verhaltenstherapie hinaus, die in den vorhergehenden Abschnitten beschrieben wurde. Manche Menschen haben tief sitzende Probleme, die sie buchstäblich davon abhalten, Sex zu genießen.

i0366.jpgIn diesem Fall müssen wir Sexualtherapeuten ein wenig tiefer in das Leben unserer Patienten eintauchen, um zu sehen, ob wir die Ursache dessen finden, was sie davon abhält, sexuell normal zu funktionieren. Es könnte etwas sein, das dem Patienten als Kind widerfahren ist (zum Beispiel in der Beziehung zu den Eltern) oder es hat mit der Beziehung zum Partner zu tun. Was auch immer es ist, sobald Sexualtherapeut und Patient das Problem erkannt haben, sollten sie in der Lage sein, es zu lösen. Ich selbst überweise Patienten oft auch an einen Psychologen, wenn ich spüre, dass das Problem zu tief sitzt.

Sexualtherapeuten erteilen die schönsten Hausaufgaben

Wissen Sie, was mein Lieblingsteil bei einer Sexualtherapie ist? Das sind die Hausaufgaben für die Patienten. Wenn ich mit den Patienten über ihre Probleme gesprochen und die Ursachen erkannt habe, ist es Zeit zu handeln. Das Handeln findet nicht in meiner Praxis, sondern in der Privatatmosphäre des eigenen Zuhauses statt.

Wenn ich mehrere Patienten am Tag beraten und allen Hausaufgaben mitgegeben habe, kann ich mich später am Abend zurücklehnen und mir vorstellen, was sie alle gerade mit Hilfe meiner Anweisungen tun. Und das gehört mit zu den schönsten Momenten meines Berufes – zusammen mit den Danksagungen von Menschen, denen ich geholfen habe, ein Problem in den Griff zu bekommen.

Aufgabe 1: Die Start-Stop-Methode

Viele der Probleme, mit denen Leute zu mir kommen, haben mit sexueller Unerfahrenheit zu tun. Einer oder beide Partner wissen nicht über grundlegende Dinge im Hinblick auf ihre eigene Sexualität Bescheid. Wenn ein Mann beispielsweise Probleme mit vorzeitiger Ejakulation hat, kennt er nicht das warnende Gefühl, jenen Punkt in seiner Erregung, ab dem er sich nicht mehr bremsen kann und einen Orgasmus hat und ejakuliert (siehe Kapitel 20).

i0367.jpgUm das Problem anzugehen, muss der Mann lernen, diesen Moment zu erkennen, ab dem es für ihn kein Halten mehr gibt. Und wie tut er das? Indem er bis zu diesem Punkt übt und dann stoppt. Wenn er eine Partnerin hat, empfehle ich ihnen, nach Hause zu gehen und an diesem Abend die so genannte Start-Stop-Technik zu verwenden, bei der sie ihn mit Hand oder Zunge erregt (zu diesem Zeitpunkt der Behandlung verbiete ich normalerweise Geschlechtsverkehr), er ihr Signale gibt, wenn er spürt, dass er den Punkt kurz vor dem Orgasmus erreicht, und sie dann aufhört. Je öfter das Paar dies praktiziert, desto besser wird er in der Lage sein, das Gefühl zu erkennen und aufzuhören. (Ich beschreibe diesen Vorgang in Kapitel 20 ausführlicher.)

Halten Sie mich nicht für gemein: Nach jeder dieser Sitzungen darf der Mann einen Orgasmus haben, er darf ihn nur nicht durch Geschlechtsverkehr bekommen. Ich möchte nämlich nicht, dass er noch zusätzlichen Druck bekommt, beim Geschlechtsverkehr gut in Form sein zu müssen. Denn das ist ja das Problem, weswegen er zu mir gekommen ist. Wenn ich den Geschlechtsverkehr verbiete, nehme ich einen gewissen Druck von ihm, und das wird ihm helfen, den Point of no Return besser erkennen zu können. Nach verschiedenen Übungssitzungen ohne Geschlechtsverkehr darf das Paar schließlich beim Geschlechtsverkehr die neu erworbenen Fähigkeiten des Mannes ausprobieren.

Aufgabe 2: Übungen zur Konzentration auf die Empfindungen

i0368.jpgDie Start-Stop-Methode, die im letzten Abschnitt beschrieben wurde, gehört zu den Hausaufgaben, die ich häufig mitgebe. Bei einer anderen Reihe von Übungen soll ein Paar lernen, wie man sich gegenseitig berührt. Masters und Johnson haben diese Technik entwickelt. Sie ist ziemlich nützlich, da sie hilft, Angst abzubauen und die Kommunikation zu verbessern.

Diese Übungen sind sehr einfach. Das Paar zieht sich aus und berührt sich gegenseitig, einer nach dem anderen. Aha, sagen Sie jetzt, geht das wie beim Vorspiel? Nein, es ist kein Vorspiel. Die Person, die berührt, tut das nicht, um einem Partner Genuss zu verschaffen, sondern um sich selbst Genuss zu verschaffen. Das Ziel für den Berührenden ist, sich darauf zu konzentrieren, welche Gefühle die Berührungen des anderen Körpers bei ihm selbst auslösen. Die berührte Person bleibt ruhig, solange sie sich nicht unbehaglich fühlt. Sie kann beispielsweise sagen: »Das kitzelt.«

Die Partner sollen zunächst nicht die hauptsächlichen erogenen Zonen berühren (die Genitalien oder die Brüste der Frau), sondern erst allmählich dazu übergehen.

Schließlich wird das Paar zum Geschlechtsverkehr übergehen. Zu diesem Zeitpunkt sollten viele der Ängste abgebaut sein, die einer oder beide Partner nackt oder bei Berührungen empfunden haben. Dann kann Sex als die lustbringende Erfahrung erlebt werden, die sie ist – und nicht als etwas, vor dem man Angst haben muss.

Wie Sie aus diesen Übungen sehen können, ist Sexualtherapie eine Form der Verhaltenstherapie. Ein Sexualtherapeut muss den Hintergrund eines Paars kennen, aber um voranzukommen, versucht der Therapeut nicht, die psychologischen Untermauerungen eines oder beider Partner zu ändern. Stattdessen arbeitet er mit dem Paar, um ihm durch körperliche Übungen ein normales sexuelles Funktionieren beizubringen oder dieses wiederherzustellen.

Jeder kann diese Technik selbst anwenden, um seine Sexualität zu erforschen. Wenn Sie diese Technik jedoch anwenden, um ein Problem zu behandeln, sollten Sie es unter der Aufsicht eines Sexualtherapeuten tun.

Einen Sexualtherapeuten finden

Viele Menschen erwarten, dass ich als bekannte Sexualtherapeutin jeden anderen Sexualtherapeuten auf der Welt kenne. Ich kenne zwar andere Sexualtherapeuten, aber ich empfehle sie nur, wenn ich sie wirklich sehr gut kenne. Ich bin nur eine Einzelperson und kann nicht jeden Sexualtherapeuten und seine Arbeit im Auge behalten. Und ich möchte nicht die Verantwortung dafür übernehmen, jemanden zu einem Sexualtherapeuten geschickt zu haben, mit dem ich bei einer Konferenz oder einem Vortrag geredet habe, über den ich aber sonst nichts weiß.

»Aber wenn ich nicht Sie fragen kann, an wen kann ich mich dann wenden?«

In Deutschland hat Pro Familia bundesweit Sexualberatungsstellen und kann Ihnen darüber hinaus auch Adressen von Sexualtherapeuten in Ihrer Region geben. Sie können sich außerdem an die Beratungsstellen der Kirchen wie Caritas oder Diakonie wenden. Sie können natürlich auch direkt einen Psychiater oder Arzt für Psychotherapie ansprechen. Diese Ärzte können Sie auch an Psychologen mit spezieller Ausbildung weitervermitteln. Auch Ihr Hausarzt kann Sie an einen Sexualtherapeuten überweisen. Die Kosten werden nach Erstellung eines Gutachtens von den meisten Krankenkassen übernommen.

Den richtigen Sexualtherapeuten für sich auswählen

Wenn Sie sich unter mehreren Sexualtherapeuten einen aussuchen können, empfehle ich Ihnen, verschiedene aufzusuchen, bevor Sie sich entscheiden. Jeder Sexualtherapeut hat einen anderen Ansatz und Sie sollten jemanden finden, zu dem Sie Vertrauen haben und mit dem Sie offen sprechen können.

Manche Therapeuten spezialisieren sich auf bestimmte sexuelle Probleme. Ich behandle zum Beispiel keine Sado-Masochisten – Menschen, die beim Sex gerne Schmerzen verursachen oder selbst erleiden. Wenn jemand mit Schwierigkeiten auf diesem Gebiet zu mir kommt, überweise ich ihn an einen Spezialisten für diesen Bereich. Aber ansonsten kümmere ich mich um so ziemlich jede andere Form von sexuellem Problem, sowohl bei heterosexuellen als auch bei homosexuellen Menschen.

i0369.jpgWenn Sie zu einem Sexualtherapeuten oder einem anderen Therapeuten für derartige Fragen gehen und feststellen, dass Sie keine Hilfe bekommen, dann suchen Sie sich einen anderen. Es ist nicht unbedingt so, dass Ihr Therapeut nicht gut ist. Es kann einfach sein, dass Ihre Persönlichkeiten nicht zusammenpassen. Was auch immer der Grund ist, Sie sollen nicht leiden müssen, nur weil Sie eine schlechte Erfahrung gemacht haben. Sexualtherapeuten haben Millionen von Menschen geholfen und auch Ihnen kann geholfen werden – Sie verdienen wie jeder andere, dem geholfen wurde, sexuelle Erfüllung.

B

Adressen, die weiterhelfen

Wenn Sie im Hinblick auf Sex ein Problem haben, steht Hilfe zur Verfügung. Aber manchmal kann es etwas schwierig sein, diese Hilfe ausfindig zu machen. In diesem Anhang finden Sie einige hilfreiche Adressen. Aber zögern Sie nicht, sich auch an Ihren Arzt oder Geistlichen zu wenden. Sie können auch Freunde oder Verwandte nach Empfehlungen fragen. Wenn Sie Ihre Suche geheim halten möchten, sagen Sie, dass Sie sich für einen Freund erkundigen. (Und wenn man Ihnen sagt, dass die gegebenen Informationen auf der Erfahrung eines Freundes basieren, haken Sie nicht weiter nach.)

Adressen, um Beratung und Hilfe zu erhalten

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Ostmerheimer Str. 220, 51109 Köln, Tel.: 0221/89 92-0, Fax: 0221/89 92-30 0,

Pro Familia, Bundesverband, Stresemannallee 3, 60596 Frankfurt, Tel.: 069/63 90 02, Fax: 069/63 98 52,

Deutsche AIDS-Hilfe e. V., Dieffenbachstr. 33, 10967 Berlin, Tel.: 030/69 00 87-0, Fax: 030/69 0087-42,

Deutsche Krebshilfe e. V., Buschstr. 32, 53113 Bonn, Tel.: 0228/7 29 90-0, Fax: 0228/7 29 90-11,

Deutscher Kinderschutzbund, Bundesverband e. V., Hinüberstr. 8, 30175 Hannover, Tel.: 0511/30 485-0, Fax: 0511/30 485-49,

Lesbian and Gay Liberation Front (lglf), Vogelsanger Str. 61, 50823 Köln,

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Über die Autoren

Dr. Ruth K. Westheimer ist Sexualtherapeutin. Mit ihrer Radiosendung Sexually Speaking, die 1981 zum ersten Mal in New York auf Sendung ging, leistete sie Pionierarbeit auf diesem Gebiet in den Medien. Innerhalb weniger Jahre hatte sie ein Kommunikationsnetzwerk aufgebaut und verbreitete ihr Fachwissen im Fernsehen, in Büchern, Zeitungen, über Spiele, Kalender, Heim-Videos und Computer-Software.

Ruth Westheimer studierte Psychologie an der Sorbonne in Paris. Sie erwarb einen Master-Abschluss in Soziologie an der Universität von Columbia und promovierte in Interdisciplinary Study of the Family (Interdisziplinäre Studien zur Familie), ebenfalls an der Universität von Columbia. Ihre Arbeit bei der Organisation Planned Parenthood (Geplante Elternschaft) war Anlass, sich auf dem Gebiet der Sexualität weiterzubilden und unter Dr. Helen Singer Kaplan am New York Hospital - Cornell University Medical Center zu studieren. Sie nahm später fünf Jahr lang als außerordentliche Professorin am Lehrprogramm teil. Außerdem nahm sie Lehrtätigkeiten an verschiedenen anderen amerikanischen Colleges und Universitäten wahr. Derzeit arbeitet sie an der Yale University, wo sie über Familie unterrichtet, an der Princeton University, wo sie in der Abteilung Judäistik über die jüdische Familie lehrt, und als außerordentliche Professorin an der New York University.

Dr. Ruth Westheimer ist Mitglied der New York Academy of Medicine und hat ihre eigene Privatpraxis in New York. Sie reist durch die ganze Welt, um Vorträge zu halten, und wurde zweimal zum »College Lecturer of the Year« ernannt. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen, darunter mehrere Ehrendoktortitel amerikanischer Colleges.

Dr. Ruth Westheimer hat 31 Bücher geschrieben, die zum Teil auch ins Deutsche übersetzt wurden. Darunter Dr. Ruth’s Encyclopedia of Sex, Dr. Ruth’s Sex after 50, The Art of Arousal, The Olive and the Tree: The Secret Strengths of the Druze und Rekindling Romance for Dummies. Auch im Internet können Sie Dr. Ruth finden: .

 

Pierre A. Lehu ist seit über 25 Jahren Dr. Ruth’s »Kommunikationsminister«. Er hat 13 Bücher zusammen mit ihr verfasst.

Widmung

Zum Andenken an meine ganze Familie, die während des Holocausts ermordet wurde – ich bin dankbar, dass sie die Gelegenheit hatte, in mir die so verehrten Werte der jüdischen Tradition zu wecken, bevor ich sie verloren habe. Und zur Erinnerung an meinen geliebten verstorbenen Ehemann, Manfred Westheimer.

Für meine wunderbare jetzige Familie: meine Tochter, Dr. Miriam Westheimer, meinen Schwiegersohn, Joel Einleger, meinen Enkelsohn, Ari Einleger, meine Enkeltochter, Leora Einleger, meinen Sohn, Dr. Joel Westheimer, meine Schwiegertochter, Dr. Barbara Leckie, meine Enkeltochter, Michal Leckie, und meinen Enkelsohn, Benjamin Westheimer!