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Vorwort

Aus Anlaß des 95. Geburtstages Feodor Lynens trafen sich am 16. und 17. September 2006 in Feldafing und im Kloster Andechs bei München annähernd 120 ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Angehörige der Familie des Biochemikers und Nobelpreisträgers zu einem Wiedersehen. Die Organisatoren des Treffens, zwei an der Universität Tübingen arbeitende ehemalige Doktoranden Lynens, Bernd Hamprecht und Joachim Schultz, wollten mit dem Wiedersehen nicht bis zum100. Geburtstag ihres 1979 gestorbenen Lehrers warten, da dann keiner der Schüler mehr im aktiven Berufsleben stehen und über ein für die Organisation des Treffens nötiges Sekretariat verfügen würde. Zudem würde die Zahl der lebenden oder wenigstens reisefähigen ehemaligen Mitarbeiter Lynens möglicherweise gesunken sein. Die Teilnehmer des Treffens waren vorwiegend ehemalige Diplomanden, Doktoranden, postdoctoral fellows, sabbatical professors, Technische Assistentinnen und Assistenten, Sekretärinnen sowie Laborarbeiter. Die Gegenwart eines Großteils der Lynenschule legte die Idee nahe, auf dem Treffen die Sammlung von Informationen für eine Biographie Feodor Lynens zu initiieren. Gundolf Keil, emeritierter Professor für Geschichte der Medizin und ehemaliger Kollege Bernd Hamprechts aus dessen Würzburger Zeit, war von der Idee begeistert, sagte die wissenschaftshistorische Betreuung der ursprünglich als Dissertation konzipierten Arbeit zu und gewann Heike Will für das Biographieprojekt. Dieter Oesterhelt, Direktor an Feodor Lynens Wirkungsstätte, dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, ein weiterer Schüler Feodor Lynens und Kollege und Freund aus der Doktorandenzeit der beiden Initiatoren des Treffens, überzeugte die Max-Planck-Gesellschaft, die Anfertigung der Biographie finanziell zu unterstützen.

Feodor Lynen (1911–1979), ein Pionier der Biochemie, war Professor für Biochemie an der Universität München und Direktor des Max-Planck-Instituts für Zellchemie (München) und später am Max-Planck-Institut für Biochemie (Martinsried). Im Jahre 1964 erhielt er den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie für seine bahnbrechenden Arbeiten in der Biochemie, insbesondere seine Forschungen über Mechanismus und Regulation des Cholesterin- und Fettsäure-Stoffwechsels. Lynen verdanken wir zudem Aufklärung der chemischen Natur und der Funktion der Aktivierten Essigsäure sowie des Wirkungsmechanismus des Vitamins Biotin. Durch die Vielzahl der in seinem Labor geprägten Wissenschaftler hat er die Entwicklung der Biochemie nicht nur in Deutschland sondern auch weit darüber hinaus viele Jahrzehnte lang geprägt.

Während Feodor Lynens Leben, das auch von den beiden Weltkriegen geprägt wurde, fand die allmähliche Wiederaufnahme Deutschlands in die Weltgemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Als einer der führenden deutschen Wissenschaftler, der nicht durch Engagement für das nationalsozialistische System belastet war, war er maßgeblich beteiligt insbesondere an der Reintegration der deutschen Wissenschaft in die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft und am Aufbau wissenschaftlicher und politischer Kontakte mit dem jungen Staat Israel. Die Bedeutung dieser – seiner beeindruckenden Persönlichkeit und seinem wissenschaftlichen Status zu verdankenden – Leistungen kann nach den entsetzlichen, von Deutschland zu verantwortenden Geschehnissen während der Nazizeit nicht überschätzt werden. Zwei wissenschaftliche Organisationen würdigen diese Leistungen und die Bedeutung Lynens für die Wissenschaft in besonderer Weise: Die Alexander von Humboldt-Stiftung, indem sie die jährlich an 120 hochqualifizierte Postdoktoranden vergebenen Forschungsstipendien nach ihrem früheren Präsidenten Feodor Lynen benannt hat; die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM), indem Sie jedes Jahr eine Forscherpersönlichkeit durch die Einladung ehrt, eine Feodor Lynen Lecture auf einem ihrer beiden internationalen Kongresse zu halten.

Heike Will ist es in ihrer Biographie des Biochemikers Feodor Lynen gelungen, dem Leser diese großartige Forscher- und Lehrer-Persönlichkeit samt der sie prägenden Einflüsse aus Familie und akademischer Umgebung nahe zu bringen. Dabei hat sie erfreulicherweise auch Lynens wichtige öffentliche Wirkung im Bereich des internationalen wissenschaftlichen Netzwerkes und bei der oben genannten Wiedereingliederung Deutschlands in die Staatengemeinschaft herausgearbeitet.

Dr. Eva Wille vom Verlag Wiley-VCh regte an, der Biographie ein Kapitel mit biographischen Skizzen der ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter Feodor Lynens sowie einige Stoffwechselschemata zur Verbesserung des Verständnisses von Lynens wissenschaftlichem Wirken anzufügen. Diesen Anregungen sind wir gerne gefolgt. Wir möchten allen ehemaligen Kollegen und Freunden, die uns bereitwillig mit Informationen über sich oder bereits verstorbene Kollegenversorgt haben, herzlich für ihre konstruktive Unterstützung danken. Besonderer Dank gilt hierbei Professor Karl Decker, dem wir viele wertvolle Hinweise und Informationen verdanken. Dr. Radovan Murin sei herzlich für seine tatkräftige Hilfe bei der Gestaltung der vier Stoffwechselschemata gedankt. Großer Dank gebührt auch Eva Wille und Waltraud Wüst vom Verlag für Geduld und Verständnis, mit denen sie den Verzögerungen bei der Entstehung des Kapitels über die Lynen-Mitarbeiter begegnet sind.

Wir sind überzeugt, dass auf der Suche nach Vorbildern junge Leute in dieser Biographie wertvolle Anregungen für die Gestaltung ihres Lebensweges finden werden – und diejenigen, die ihren Weg bereits gefunden haben, von dieser in der Geschichte der Biochemie und der gesamten Biowissenschaften so wichtigen Persönlichkeit fasziniert sein werden.

Bernd Hamprecht

Gundolf Keil

Dieter Oesterhelt

Danksagung

An erster Stelle möchte ich drei Förderern dieses Projektes sehr herzlich danken:

– dem Initiator des Vorhabens, Herrn Prof. Dr. Bernd Hamprecht, Interfakultäres Institut für Biochemie an der Universität Tübingen, für seine stete Unterstützung und ganz besonders für sein großes Engagement, mit dem er ergänzende Kapitel übernommen hat, – Herrn Prof. Dr. Dieter Oesterhelt, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München, für die großzügige finanzielle Unterstützung seitens der Max-Planck-Gesellschaft, ohne die die Umsetzung eines solchen Projektes nicht denkbar gewesen wäre, und

– Herrn Prof. Dr. Dr. Dr.h.c. Gundolf Keil, emeritierter Vorstand des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg, für seine immer liebenswürdige und unermüdliche kompetente Begleitung und Betreuung in allen Phasen des Entstehungsprozesses und für die zahlreichen anregenden Gespräche und konstruktiven Diskussionen.

Außerdem möchte ich mich sehr herzlich bedanken bei: – den Töchtern Feodor Lynens, Frau Eva-Maria Lynen und Frau Dr. Anne Marie Lynen, sowie bei Herrn Dr. Heinrich Pfeiffer, ehemaliger Generalsekretär und Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Alexander von Humboldt-Stiftung, für ihre äußerst freundliche und hilfreiche Gesprächsbereitschaft, und darüber hinaus bei Frau Dr. Anne Marie Lynen für viele weitere wertvolle Hinweise und Anregungen und ihre tatkräftige Unterstützung bei der Beschaffung des Bildmaterials, – Herrn Prof. em. Karl Decker, Institut für Biochemie und Molekularbiologie an der Universität Freiburg, für seine freundlichen und konstruktiven Anmerkungen,

– allen Lynen-Schülern der ersten und auch der nachfolgenden Generation für ihre Bereitschaft, persönliche Informationen zur Verfügung zu stellen, – den Mitarbeitern des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und den Mitarbeitern des Archivs der Ludwig-Maximilians-Universität und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München und – dem Wiley-Verlag Chemie Weinheim, insbesondere Frau Dr. Eva Wille, für die angenehme Zusammenarbeit.

Würzburg, Januar 2011

Heike Will

Herkunft

Väterliche und mütterliche Familie Kupfermeister im Aachener und Stolberger Gebiet · Heirat der Eltern Feodor Lynens · Feodor Lynens Vater erhält Professur für Maschinenbau in München

»Ich würde glauben, dass ein Wissenschaftler etwas Unternehmerisches haben muss. Ich meine, man muss ja, wenn man ein Arbeitsgebiet anfängt, ein Problem beginnt, sich darauf konzentrieren und muss das organisieren; man muss ein Durch-haltevermögen haben, um an dem Problem zu bleiben – also Eigenschaften, die auch ein Unternehmer besitzt.«

Feodor Lynen strahlte bei allem, was er unternahm, eine Begeisterung aus, die ansteckend sein konnte. Dazu kamen ein überragender Leistungswille und der Ehrgeiz, immer der Beste sein zu wollen.

Seine trotzdem humorvolle, barocke Lebensart machte es ihm leicht, mit den Menschen in seiner Umgebung Beziehungen aufzunehmen. »Fitzi Lynen hat, wo immer er hinkam, zugeneigte Menschen gefunden: Viele von ihnen dürfen sich als Freunde fühlen. Er strahlte im weiten Umkreis Anziehungskraft aus, die sich aber nicht in quadratischer Funktion mit wachsender Annäherung vergrößerte. Bei seinem Charisma, das mit Scharfsinn gepaart war, wusste er wohl Distanz zu halten. Die Zahl derer, die diese überschreiten konnten, war sicher kleiner als man aus seiner Beliebtheit auf der ganzen Welt ableiten möchte.«

Feodor Lynen war ganz gewiss keine einfach zu durchschauende Persönlichkeit. Sein lebhaftes Wesen hielt ihn im Mittelpunkt des Geschehens und der Aufmerksamkeit, und es konnte leicht über eine tiefe Zurückhaltung hinwegsehen lassen, die neben seiner Vitalität seinen Charakter ausmachte.

Die näheren Umstände und persönlichen Bezüge seines familiären Herkommens scheinen für Feodor Lynen ein solcher zurückgehaltener Bereich gewesen zu sein. In seinen wenigen autobiographischen Mitteilungen finden wir nahezu nichts darüber, abgesehen von einigen sehr äußerlich gehaltenen allgemeinen Bemerkungen und einzelnen Episoden, die in ihrer Formelhaftigkeit eher den Eindruck einer über die Jahre verdichteten Legende hinterlassen.

Die Ursache dafür lässt sich nur vermuten – vielleicht ein aus Lynens großbürgerlicher Herkunft jahrhundertealter Tradition geborenes Understatement oder das Familienleben als intimer, von starken Emotionen geprägter Bereich, in Feodor Lynens früher Kindheit zusätzlich durch den Soldatentod eines älteren Bruders im Ersten Weltkrieg und nur zwei Jahre später durch den Tod des Vaters und die nachfolgenden finanziellen Schwierigkeiten der Familie während der Inflation beeinflusst.

Feodor Lynen gehörte in seinem Leben nie zu den Außenseitern. Seine Geburt und seine Heirat eröffneten ihm Möglichkeiten, die er zu nutzen verstand; das Glück, das sich dabei oftmals seinen Fähigkeiten und Begabungen zur Seite stellte, war für ihn eine »Charaktereigenschaft«.

Die väterliche Linie Lynen wie auch die mütterliche Linie Prym seiner Vorfahren stammte aus der Aachener Gegend. Der Familienstammbaum verzeichnet in 16 Generationen über 1100 Mitglieder und erlaubt den Blick zurück bis ins späte 14. Jahrhundert, auf den ersten namentlich bekannten Vorfahren der väterlichen Lynen-Linie, Johann Lynen, geboren zwischen 1390 und 1400, gestorben 1471. Die Familie lebte während der ersten fünf dieser übersehbaren 16 Generationen von der Landwirtschaft. Dann begann sich der soziale Aufstieg abzuzeichnen: schon ab der Mitte des 15. Jahrhunderts betrieb die Familie im Aachener Raum den Kohlenbergbau. Als Kaufleute und Besitzer von Manufakturen für Kupfer- und Messingwaren, sogenannten Kupferhöfen, sind sie ab dem Jahr 1595 in der Stadt Aachen nachzuweisen.

Die Entwicklung der mütterlichen Prym-Linie vollzog sich ähnlich. Auch sie lässt sich zurückführen bis ins 14. Jahrhundert, auf einen Ahnherrn namens Johann Prym, geboren zwischen 1340 und 1350 in Aachen, und auch ihre Mitglieder waren Metallverarbeiter.

Die Betreiber der Kupferhöfe – Kupfermeister genannt – stellten aus Kupfer, das sie importierten, Messing her, indem sie es mit Zink legierten. Dazu verwendete man in Aachen seit 1450 Galmei, ein Zinkerz, von dem es dort reichliche und vor allem oberflächennahe und deshalb im Tagebau leicht zu gewinnende Vorkommen gab. Bis zur Entdeckung der Gewinnung reinen Zinkmetalls hielt man Galmei für einen Farbstoff und nannte – im Unterschied zum rötlichen Kupfer – das goldgelbe Messing Geelkopper. Aus geschmolzenem Messing stellten die Kupfermeister dünne Platten her, die dann zu Draht weiterverarbeitet wurden.

Im katholischen Aachen wurde seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 immer wieder um die Rechte der zum reformierten

Glauben Übergetretenen gestritten. Zu ihnen gehörten auch viele der hier ansässigen Kupfermeisterfamilien. Im Jahr 1571 beschloss der Rat der Stadt, dass jeder, der seine Kinder protestantisch taufen lasse, die Stadt zu verlassen habe. Als erster der Aachener Kupfermeister verließ Leonhard Schleicher deshalb seine bisherige Heimat, um ins benachbarte Stolberg zu ziehen und sich dort unter den Schutz des Unterherren Johann von Efferen zu begeben.

Die Religionsstreitigkeiten in Aachen kamen nicht zur Ruhe. Zweimal, 1598 und 1614, verhängte der Kaiser die Reichsacht über die Stadt. Deren Vollstreckung durch eine spanische Stadtbesetzung und die folgenden Repressalien zwangen in den nächsten Jahren viele protestantische Kupfermeisterfamilien, die Stadt zu verlassen. Dem Beispiel Leonhard Schleichers folgend, übersiedelten sie ebenfalls mit ihren Kupferhöfen nach Stolberg. Unter ihnen finden wir im Jahr 1615 den Calvinisten Simon Lynen, 1642 Christian Prym, den Stammvater der männlichen Prym-Linie in Stolberg, und 1652 Laurenz Lynen, Simon Lynens Bruder und Stammvater der männlichen Lynen-Linie in Stolberg.

Die neue Heimat Stolberg bot den Kupfermeisterfamilien viele Vorteile: neben der von ihren neuen Bewohnern erhofften Religionsfreiheit hatte die Gegend reiche Vorkommen an Galmei, Wäldern zur Holz- und Holzkohlegewinnung sowie Wasser für den mechanischen Antrieb der technischen Anlagen. Die enge Nachbarschaft der Familien auf ihren burgähnlich befestigten Kupferhöfen bot während der folgenden unsicheren Zeiten ausreichenden Schutz, um die ständig drohenden Gefahren durch Raub, Plünderungen und durchziehende Soldatenhorden zu überstehen. Erst ab 1714 herrschte in der Gegend ein dauerhafter Friede, der endlich eine Zeit der ungestörten wirtschaftlichen Entwicklung möglich machte.

Aber bereits um das Jahr 1800 kam die nächste große Herausforderung: die Galmeivorkommen waren erschöpft. Die erforderliche Umstellung in der Produktion, zunächst auf die Verwendung anderer Zinkerze, vor allem aber das noch schwierigere Hinüberretten der bisherigen Manufakturbetriebe ins 19. Jahrhundert mit dem Beginn der Industrialisierung, und später ins 20. Jahrhundert mit der überlebensnotwendigen Umgestaltung in Industriebetriebe heutiger Prägung, gelang nur einigen wenigen der alten Kupfermeisterfamilien, unter ihnen den Familien Lynen und Prym.

Am 26.3.1897 wurde in Stolberg die Hochzeit von Carl Wilhelm Richard Lynen (1861–1920) und seiner Verlobten Frieda Ida Prym (1870–1944) gefeiert. Im Lauf der Jahrhunderte waren immer wieder Ehen zwischen Mitgliedern dieser beiden alten Stolberger Unternehmerfamilien geschlossen worden. Wegen der konfessionell und gesellschaftlich herausgehobenen Stellung und Abgeschlossenheit der Kupfermeisterfamilien war es während der vergangenen Jahrhunderte wiederholt vorgekommen, dass Verwandte nicht nur aus diesen beiden Linien untereinander geheiratet hatten. So war auch der Ahnenschwund des Brautpaares Carl Lynen und Frieda Prym, die innerhalb der letzten acht Familiengenerationen deshalb nur 88 statt 128 möglicher Ahnen besaßen, im Kreis der Kupfermeisterfamilien nichts Ungewöhnliches.

Ungewöhnlich war es dort allerdings, dass der Bräutigam eine akademische Laufbahn eingeschlagen hatte: nach dem Besuch eines Gymnasiums sowie eines Realgymnasiums und der Militärzeit wollte Carl Wilhelm Richard Lynen Maschineningenieur werden. »Wegen der Kosten für das Studium hätten es seine Eltern lieber gehabt, wenn er Kaufmann geworden wäre«, berichtet die Familienüberlieferung. Der Berufswunsch des Sohnes schien aber doch noch die Zustimmung der Eltern gefunden zu haben, denn nach dem Ende des 4jährigen Studiums an der Technischen Hochschule Aachen absolvierte er ab 1886 eine 3jährige Bauführerausbildung im maschinentechnischen Büro des Zentralbahnhofs in Frankfurt/Main, die unbezahlt war. Seinen Lebensunterhalt musste deshalb währenddessen die Mutter – der Vater war inzwischen verstorben – finanzieren. Der nach Abschluss der Ausbildung zum Regierungsbaumeister ernannte junge Ingenieur arbeitete zunächst drei Jahre in der Gasmotoren-Versuchsstation von Oechelhaeuser & Junkers in Dessau, nahm dann aber bald eine Assistentenstelle an der Technischen Hochschule in Charlottenburg an, wo er 1895 habilitiert wurde. Schon im folgenden Jahr 1896 konnte er eine Ordentliche Professur an der Technischen Hochschule in Aachen antreten. Die gesicherte Stellung schuf die Voraussetzung für seine Heirat mit der Tochter des Stolberger Nadelund Knopffabrikanten Gustav Prym.

1901 erhielt Professor Carl Wilhelm Richard Lynen einen Ruf an die Technische Hochschule in München, den er annahm, und die Familie verließ die alte Heimat.

Carl und Frieda Lynen.

Anmerkungen

Feodor Lynen im Interview mit Florian Furtwängler (1935–1992, Filmregisseur) [FURTWÄNGLER (1966)]

Erinnerungen von Theodor Wieland, Feodor Lynens Schwager [WIELAND, THEODOR (1980), S. 14]

mündliche Mitteilung von Maria Hopfer, Feodor Lynens Sekretärin ab 1960 bis zu seinem Tod 1979, vom 27.11.2007 [HOPFER (2007)]. Maria Hopfer verstarb im Februar 2009.

Feodor Lynen in FURTWÄNGLER (1966)

Quellen der folgenden Angaben zur Familiengeschichte sind, wenn nicht anders angegeben:MACCO (1901), S. 2, S. 111; MACCO (1907), S. 279; MACCO (1908), S. 74; EULER (1964), S. 537; SCHLEICHER (1965), S. 12–22, Tafel 5 und 6; KREBS/DECKER (1982), S. 262 f

PRYM – FIRMENGESCHICHTE (2008)

ein gelblich-rötliches Verwitterungsprodukt aus Zinkcarbonat und Kieselzinkerz [MILDENBERGER (1997) II, S. 656]

Dies erklärt den Wortbestandteil Kupfer in der Berufsbezeichnung der Messing produzierenden Kupfermeister.

So ist z.B. die William Prym GmbH & Co. KG, immer noch mit Sitz in Stolberg, heute das älteste Industrieunternehmen Deutschlands, und unter dem Namen Facab Lynen, Nachfolger des ehemaligen Lynenwerks, werden heute u.a. elektrische Kabel und Leitungen produziert.

UNIVERSITÄT MÜNCHEN (1938–1975), 10.2.1941

Beispielweise ist der Urgroßvater der Braut in mütterlicher und väterlicher Linie identisch (Gustav Prym), und dessen Ehefrau Emilie ist eine geborene Lynen.

Alle Angaben und Zitate zur Vita Carl Wilhelm Richard Lynens nach den Erinnerungen seines ältesten Sohnes Gerhard Lynen [LYNEN, GERHARD]

Ab 1903 hatte die Firma Prym großen Erfolg mit der Druckknopfprodukion. Hans Prym gelang es, das Druckknopf-Patent des Pforzheimer Erfinders Heribert Bauer von 1885 durch eine eingelegte Metallfeder erheblich zu verbessern; die Firma produzierte Druckknöpfe nun in Serie. Auch heute noch stellt das Unternehmen täglich 15 Millionen Druckknöpfe her. [PRYM – FIRMENGESCHICHTE (2008)]

Kindheit und Jugend (1911 – 1930)

Geburt in München/Schwabing · Großbürgerliche Kindheit in Nymphenburg · Erster Weltkrieg · Tod von Bruder und Vater · Inflation · Erstes Interesse an der Chemie · Skitouren · Prägung durch das Umfeld

»Die Tatsache, dass ich in München und in Bayern mit seinen nahen Bergen und seinem angenehmen gesellschaftlichen Leben aufgewachsen bin, ist fürdie Standhaftigkeit verantwortlich, mit der ich an diesem Ort geblieben bin.«

Neue Heimat wurde für die nächsten 13 Jahre das Münchener Bohème-Viertel Schwabing. Die Familie bezog eine Wohnung in einem dreigeschossigen Stadthaus. Sechs Kinder – fünf Söhne und eine Tochter – waren schon geboren, als am 6. April 1911 Feodor Felix Konrad Lynen zur Welt kam.

Geburtshaus Feodor Lynens (Viktor-Scheffel-Straße).

Feodor Lynens Elternhaus seit 1914 (Sophie-Stehle-Straße).

Über seine frühe Kindheit ist nur wenig überliefert. Eine kleine Begebenheit schildert seine spätere Ehefrau Eva: »Mein Mann erwähnte als eine seiner ersten Erinnerungen die Aufregung, die er verursachte, als er dreijährig auf dem Balkongitter des 3. Stockes sitzend« – er wollte einen besseren Blick auf eine unten arbeitende Teermaschine haben – »im letzten Moment von einem Mädchen heruntergeholt wurde«.

In der Schwabinger Wohnung wurde es für die Eltern, die sechs Kinder und das Dienstpersonal zu eng. Mit einem großmütterlichen Erbe finanziell sehr gut ausgestattet, ließ die Familie nun standesbewusst im vom Adel und reichen Bürgertum geprägten Münchener Stadtteil Nymphenburg eine große Villa errichten und mit den modernsten technischen Anlagen der damaligen Zeit ausstatten. 1914 wurde der prächtige Neubau bezogen.

Ab 1917 besuchte Feodor Lynen die Winthirvolksschule. Der Erste Weltkrieg, mittlerweile im vierten Jahr, ließ auch das Leben des kleinen Erstklässlers nicht unberührt. Feodors ungewöhnlicher, russisch anmutender Vorname, den seine Eltern in Erinnerung an den Stolberger Großvater Feodor Lynen (1828–1885) für ihn gewählt hatten, gab einigen seiner Schulkollegen Anlass, ihm »Feodor, das Russenschwein« nachzurufen. Die pragmatische Mutter änderte daraufhin kurzerhand den Rufnamen ihres Sohnes: »Dann nennen wir dich einfach Fitzi. Und dabei blieb es. (…) Die Mutter sprach es immer in ihrem rheinischen Dialekt etwas gedehnt wie Fietzi aus

Feodor Lynen (zwischen den Knien des Vaters) mit Familie, 1917.

Die Volksschule bereitete dem fleißigen Schüler offensichtlich keine Probleme. Sein Austrittszeugnis nach der vierten Klasse bescheinigt ihm in den Fächern Religion, Lesen, Sprachlehre, Rechtschreiben, Aufsatz, Rechnen, Erdkunde und Turnen jeweils die Note 1, in Schönschreiben und Singen die Note 11/2, ein »sehr lobenswürdiges Betragen« und einen »auszeichnenden Fleiß«. Die guten Ergebnisse blieben sogar konstant, als die Familie innerhalb zweier Jahre zwei schwere Verluste aushalten musste. Feodor Lynens zwölf Jahre älterer Bruder Walter hatte sich als Freiwilliger zum Kriegseinsatz an der Front gemeldet. Im letzten Kriegsjahr 1918 erreichte die Familie die Nachricht, dass der 19jährige in Belgien gefallen sei. Walter, dessen Plan es gewesen war, später Chemie zu studieren, hatte sich auf dem Dachboden der elterlichen Villa ein Chemielabor eingerichtet. Bei seinen Experimenten hatte Feodor dem großen Bruder oft assistiert und so einen ersten Eindruck von der Chemie gewonnen. Dass sein Tod den Siebenjährigen schwer getroffen haben muss, ist nicht ganz unwahrscheinlich.

Schon im Jahr darauf wurde beim Vater ein schweres Herzleiden festgestellt. Im Februar 1920 erlitt er einen Herzinfarkt. Ein zweiter, den er nicht überlebte, folgte im Juli 1920.

Professor Carl Wilhelm Richard Lynen war ein beruflich sehr aktiver, in Fachverbänden engagierter und weit gereister Mann gewesen – er hatte u.a. mit seinen Studenten Exkursionen nach Paris und London unternommen, in den USA die Weltausstellung in St. Louis 1904 besucht und die Gelegenheit zu einer Rundreise durch die Vereinigten Staaten genutzt. »Er muß ein sehr kinderlieber, freundlicher Mann gewesen sein. Auf der Platte des großen Eßzimmertisches sind noch heute Zeichnungen zu sehen, die er, auf jedem Knie ein Kind haltend, geduldig ausgeführt hat

Der Tod des Vaters, kaum zwei Jahre nach dem Tod des Bruders, war für den inzwischen neunjährigen Feodor sicherlich ein weiterer schwerer Verlust, und er verarbeitete ihn auf seine Weise – er sprach nicht mehr darüber.

Im August, einen Monat nach dem Tod ihres Mannes, brachte Frieda Lynen, die 1916 noch einen Sohn geboren hatte, eine zweite Tochter zur Welt.

Feodor Lynen mit seinem älterem Bruder Edmund.

Fitzi Lynen im Fasching, um 1915.

Die Weimarer Republik schlitterte in die Jahre der schlimmsten Inflation, in der auch große Vermögen in kürzester Zeit zu nichts zusammenschmelzen konnten. Große Teile der Bevölkerung verarmten, viele hatten kaum genug oder nichts zu essen. Die Professorswitwe war nun oft in der peinlichen und für sie ungewohnten Lage, ihre Rechnungen bei den Lebensmittelhändlern, die regelmäßig ans Haus kamen, nicht bezahlen zu können. Die älteren ihrer acht Kinder empfanden die Situation als so »grauenvoll«, dass sie versuchten, dem durch äußerste Sparsamkeit zu begegnen. »Es zeugt von der Kraft und Energie der zierlichen, kleinen Frau, dass es ihr gelungen ist, mit Hilfe ihres ältesten Sohnes Gerhard nicht nur alle ihre Kinder zu tüchtigen Menschen zu erziehen, sondern auch noch das große Haus zu erhalten«, schrieb Feodor Lynens spätere Ehefrau Eva über ihre Schwiegermutter.

Nach vier Volksschuljahren wechselte Feodor Lynen 1921 an die Luitpold-Oberrealschule in München. Die Knabenschule, 1891 gegründet, zeichnete sich gegenüber anderen durch ihre Schülerübungen im Physik-, Chemie- und Biologieunterricht aus; die Pflanzen für die Biologiestunden zog man im Schulgarten an der Isar. Der Fremdsprachenunterricht der Oberrealschule fand – im Unterschied zu den humanistischen Gymnasien, die Latein und Altgriechisch lehrten – in den Fächern Englisch und Französisch statt.

Auch hier zeigte sich Feodor Lynen als begabter und interessierter Schüler, dem offenbar nur der Schulweg Probleme bereitete: die Strecke war weit – zwei Trambahnlinien mit Umsteigen –, und weil er sich gerne das Fahrgeld sparte und stattdessen zu Fuß in die Schule lief, kam er häufig zu spät in den Unterricht, was ihm schließlich eine schriftliche Rüge im Zeugnis der siebten Klasse eintrug. Seine Leistungen waren während der ersten Oberrealschuljahre in den meisten Fächern »hervorragend«; einzige Ausnahme bildete das Französische, das – mit der Note 3 bewertet – wohl nicht zu seinen Lieblingsfächern gehörte. Sein Betragen war »stets lobenswert«, sein »Fleiß meist groß«. In den höheren Jahrgängen sanken seine Noten in den meisten Fächern um ein bis zwei Stufen leicht ab – in den sprachlichen Fächern auf die Note 3, ausgenommen den Sportunterricht und die Naturwissenschaften, in denen er nach wie vor gute bis sehr gute Ergebnisse erzielte.

In der sechsten Jahrgangsstufe hielt den Chemieunterricht ein Lehrer, Dr. Wolf, der es verstand, durch spannende Experimente die

Schüler für sein Fach zu begeistern: »Eigentliches Interesse für Chemie wurde bei mir erst 1926, durch den Unterricht in der Luitpold-Oberrealschule, erzeugt«, erinnerte sich Lynen später. Nun wurde auch das seit Jahren auf dem häuslichen Dachboden verwaist liegende Chemielabor des gefallenen Bruders wieder ausgepackt: »Die noch vorhandenen Überreste des Laboratoriums meines Bruders kamen dem häuslichen Experimentieren entgegen, das auch prompt zu den üblichen Löchern in der schönen Sonntagshose und einer Explosion mit leichteren Verletzungen im Gesicht und an den Händen führte.« Das Verständnis und die Geduld der Mutter fanden, ebenso wie die eigene Experimentierlust, nach diesem Zwischenfall vorerst ein Ende, wie er selber später immer wieder berichtete.

Während der Wintermonate verbrachte Feodor Lynen seine freie Zeit am liebsten beim Skifahren. Die ersten Schwünge, die Kristianias, lernte er schon als kleiner Junge auf einem Hügel vor dem Küchengarten, und als er größer wurde, nahmen ihn seine älteren Brüder mit ins Gebirge zu längeren Skitouren. Die finanzielle Lage der Familie war immer noch angespannt. Die Brüder mussten daher, wenn sie ihr Ziel – die Berge rund um den 70 km südlich von München auf 1085 Meter Höhe gelegenen Spitzingsee – erreichen wollten, mit dem Fahrrad fahren, die Ski auf dem Gepäckträger.

»Die Sommerferien verbrachten die Lynens im Leitnerbauernhof in Fischhausen bei Neuhaus am Schliersee. Dort boten die Berge ein reiches Betätigungsfeld, und der See wurde in allen Richtungen durchschwommen (…). Außerdem waren die Leitnerbauernsöhne die besten Lehrmeister für die Kunst des Schuhplattelns. Bei den bayerischen Abenden in Schliersee soll sich der mit die Dreckbazeln im G’sicht’, wie der Fitzi wegen seiner Leberflecken genannt wurde, besonders hervorgetan haben.«

Feodor Lynen in jungen Jahren.

Mit diesen wenigen kurzen Episoden stoßen wir bereits an die Grenzen des aus dem familialen Umfeld der Jugendzeit Feodor Lynens Überlieferten. Er selbst berichtet in seinen autobiographischen Skizzen nichts über sein Elternhaus, und aus den Aufzeichnungen seiner Ehefrau Eva erfahren wir lediglich, dass er sich an seinen Vater »nur vage erinnern« konnte und dass seine Mutter eine »ausgezeichnete Köchin war«, die »es liebte, für ihre Kinder und deren Freunde die herrlichsten rheinischen Speisen zu bereiten

Der lebhafte und interessierte Junge machte sich bald außerhalb der Familie auf die Suche nach Inspiration und Vorbildern, die ihm der vaterlose Lynensche Haushalt offenbar nicht in ausreichendem Maße bieten konnte, und fand sie in der Nachbarschaft: »Von ganz entscheidender Bedeutung für die Entwicklung meines Mannes war die Freundschaft mit den Kindern von Frau Margarete Krecke, der Frau des Chirurgen Albert Krecke. Dieser hatte in allernächster Nähe des Lynenschen Anwesens eine Privatklinik gegründet, die nach seinem Tode von seiner Witwe weitergeführt wurde. Frau Krecke war eine vielseitig gebildete, gescheite Dame, und ihr geschmackvoll eingerichtetes, gemütliches Haus war Treffpunkt von Künstlern, Wissenschaftlern und anderen interessanten Persönlichkeiten. (…) So war das Krecke-Haus bald für den Fitzi eine Art zweite Heimat geworden. »

Die häufigen Kontakte mit dem intellektuell anregenden Kreis waren für den Heranwachsenden sicher äußerst spannend und bildeten einen starken Kontrast zur eher »ruhigen«, aber wohl emotionalen Halt vermittelnden ersten Heimat mit der von ihren Kindern sehr geschätzten Mutter, die aber »keine Intellektuelle« war – »sie war halt eine ganz liebe Mutter, die ihren Haushalt gemacht und für alle gekocht hat

Seine spätere Ehefrau kommt im Rückblick auf die Zeit des intensiven Umgangs mit Familie Krecke zu dem Schluss, dass ihr Mann »daraus eine gewisse gesellschaftliche Unabhängigkeit und die Freude an schönen Dingen« bezogen habe.

Im März 1930 legte Feodor Lynen nach der neunten Klasse der Oberrealschule die Reifeprüfung ab. Seine Leistungen hatte er auch während des letzten Schuljahres auf dem guten Niveau der Vorjahre halten können: Note 1 in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Geschichte, Turnen; Note 2 in Religionslehre, Englisch, Geographie; Note 3 in Deutsch, Französisch und Naturkunde.

»Sein deutscher Prüfungsaufsatz war inhaltlich und sprachlich nicht besonders gewandt durchgeführt. Die übrigen Prüfungsarbeiten gelangen recht gut. (…) Während seines Aufenthaltes an der Schule war sein Betragen lobenswert, sein Fleiss meist gross. Am Einführungskurs in die Philosophie hat er erfolgreich teilgenommen«, lautete die Wortbemerkung auf seinem Reifezeugnis, mit dem er nun als »befähigt zum Übertritt an die Hochschule« galt.

Anmerkungen

Feodor Lynen, in: LYNEN – LIFE, LUCK AND LOGIC (1969), S. 204 (deutsche Übersetzung von H.W.)

LYNEN, EVA, S. 19 und LYNEN, EVA (II), S. 1

Ein Sohn (Otto) war schon früh gestorben. [PERSÖNLICHE DATEN LYNEN]

FURTWÄNGLER (1966)

In der Ahnenreihe taucht der Name in weiblicher Form noch ein weiteres Mal auf: bei der mütterlichen Ururgroßmutter Helene Polyxena Cornelia Feodorowna Prym, verehelichte Gerdret, geb. 1784. [EULER (1964), S. 537 f]

LYNEN, EVA, S. 20 f

mögliche Notenstufen des Zeugnisses [Volksschulzeugnisse in ZEUGNISSE LYNEN (1918–1930)]: 1, 11/2, 2, 21/2, 3, 31/2, 4

ZEUGNISSE LYNEN (1918–1930)

LYNEN, EVA (II), S. 3 und LYNEN – LIFE, LUCK AND LOGIC (1969), S. 204f

LYNEN, GERHARD

LYNEN, EVA (II), S. 2

Dr. Annemarie Lynen und Eva-Maria Lynen, Töchter Feodor Lynens, im persönlichen Gespräch mit der Autorin in München am 19.11.2007 [LYNEN, ANNEMARIE (2007)], und Dr. Heinrich Pfeiffer, Generalsekretär a.D. der Alexander von Humboldt-Stiftung, Freund und langjähriger beruflicher Wegbegleiter Feodor Lynens, im persönlichen Gespräch mit der Autorin am 9.11.2007 in Bonn [PFEIFFER (2007)]

Diese zweite Tochter hieß wie ihre Mutter Frieda, wurde aber, nachdem ihr Bruder Feodor ihr den Rufnamen Muschi gegeben hatte, fortan von Verwandten und Freunden so genannt.

Feodor Lynens Zeugnis der 4. Klasse von der Mutter so unterzeichnet [ZEUGNISSE LYNEN (1918–1930)]

LYNEN, ANNEMARIE (2007)

LYNEN, EVA (II), S. 2; Gerhard Lynen wurde Oberbaurat in München, Wilhelm arbeitete als Diplom-Ingenieur in Hannover, Mechtildis lebte mit ihrem Ehemann in München, Edmund arbeitete als Diplom-Ingenieur in Frankfurt/Main, Konrad als Diplom-Ingenieur in Scholkingen-Kreis Ehingen, Frieda war als chemisch-technische Assistentin in München beschäftigt. [AMTSGERICHT MÜNCHEN (1958)]

LUITPOLD-GYMNASIUM (2007)

LYNEN, ANNEMARIE (2007) und LYNEN, EVA-MARIA (2007)

ZEUGNISSE LYNEN (1918–1930)

mögliche Notenstufen des Zeugnisses [Oberrealschulzeugnisse in ZEUGNISSE LYNEN (1918–1930)]: 1 = hervorragend, 2 = lobenswert, 3 = entsprechend, 4 = mangelhaft, 5 = ungenügend

ZEUGNISSE LYNEN (1918–1930)

LYNEN – LIFE, LUCK AND LOGIC (1969), S. 204 f

LYNEN – FORSCHER UND GELEHRTE (1966), S. 149

a.a.O. Das begeisterte Experimentieren im Jugendalter ist eine Erfahrung, von der viele später erfolgreiche Wissenschaftler berichten, so z.B. Adolf Butenandt (Chemie-Nobelpreis 1939) [Butenandt (1966), S. 175], Wolfgang Gentner (Physiker) [Gentner (1966), S. 141], Christiane Nüsslein-Volhard (Medizin-Nobelpreis 1995) und Gerhard Ertl (Chemie-Nobelpreis 2007) [SPIEGEL/NOBELPREISTRÄGER JUGEND (2007), S. 7]

LYNEN – LIFE, LUCK AND LOGIC (1969), S. 204 f, LYNEN – FORSCHER und GELEHRTE (1966), S. 149 und FURTWÄNGLER (1966)

Kristiania: Bogen auf der Außenkante des führenden inneren Skis [HOEK (1921), S. 37], ähnlich wie beim heutigen Carven. Benannt nach der früheren Bezeichnung für die norwegische Hauptstadt Oslo.

LYNEN, EVA (II), S. 5

LYNEN, ANNEMARIE (2007); hier auch die Anmerkung Dr. A. Lynens: »Da fahren nur die mit, die gern skifahren

LYNEN, EVA (II), S. 4

Auch unter Freunden machte er seine Kindheit nie zum Thema. [PFEIFFER (2007)]

LYNEN, EVA (II), S. 2

LYNEN, EVA (II), S. 3 f

LYNEN, EVA (II), S. 3

LYNEN, ANNEMARIE (2007)

LYNEN, EVA (II), S. 4

ZEUGNISSE LYNEN (1918–1930), Reifezeugnis vom 10.4.1930