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Napoleon Hills

Napoleon Hills Goldene Regeln
Zeitlose Weisheiten
für Ihren Erfolg
Deutsch von Andreas Schieberle












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Anmerkung des Verlages

Die in diesem Buch erstmals in dieser Form zusammengefassten Artikel sind vor mehr als 80 Jahren von Napoleon Hill geschrieben und zwischen 1919 und 1923 in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht worden.

Sie sind nicht nur unschätzbare Weisheiten über persönlichen und finanziellen Erfolg, die als solche nichts von ihrer Kraft verloren haben, sondern auch Zeugnisse einer Zeit, die von vielen Veränderungen, Umwälzungen und bahnbrechenden, nicht zuletzt technischen, Entwicklungen bzw. Erfindungen geprägt war.

Manche der in den Artikeln enthaltenen, diesbezüglichen Äußerungen Hills mögen aus heutiger Sicht etwas überholt oder antiquiert erscheinen, seine allumfassende Botschaft und seine Erfolgsprinzipien sind heute aber noch genauso aktuell wie damals – genauso motivierend und inspirierend. Um den überragenden Geist der Artikel nicht zu verfälschen, haben wir auf weitgehende Aktualisierungen verzichtet und sie in ihrem Originalzustand belassen.

Entdecken Sie nun Napoleon Hills Goldene Regeln – wir wünschen Ihnen viele gewinnbringende Erkenntnisse und Einsichten, die Ihr Leben bereichern werden!

Geleitwort

Napoleon Hill hat mit seinen Büchern, in denen er die Gesetze und Strategien des Erfolgs beschreibt, viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt inspiriert und begeistert. Seine Erfolgsregeln haben Menschen dazu bewogen im Verkauf, im Sport, als Unternehmer und in vielen anderen Bereichen Spitzenleistungen zu erzielen.

Es war 1985, ich war 21 Jahre alt und gerade einmal zwei Jahre selbstständig, als ich kurz vor der Pleite stand. In meiner Not begann ich Erfolgs-Ratgeber zu lesen – und das zweite Buch war gleich ein absoluter Glückstreffer, es stammte von Napoleon Hill. War ich, als ich mit dem Lesen des Buches begann, noch zweifelnd und skeptisch, wandelte sich meine Meinung immer mehr und ich verschlang regelrecht dieses Werk. Anschließend schrieb ich mir die wichtigsten Erfolgsregeln Napoleon Hills auf ein Blatt Papier und klebte es an meinen Badezimmerspiegel. Ich las täglich diese Erfolgsregeln – danach verbesserte sich mein Leben auf unglaubliche und wunderbare Weise. Ich baute mehrere erfolgreiche Firmen auf, schulte als Europas erfolgreichster Trainer über eine Million Menschen in meinen Seminaren und verkaufte selber mehrere Millionen Bücher, Audioprodukte und DVDs.

Napoleon Hill nannte sein System die »Philosophie des Erfolgs«. Er unterteilte diese Zauberformel in 13 Erfolgsgesetze. Was mich besonders beeindruckte, war u.a. der Glaube. Wie stark dieses »Gesetz des Glaubens« ist und wie man diesen positiven Glauben aufbaut, hat mir auf meinem Erfolgsweg wesentlich geholfen.

Ein weiterer Meilenstein in meiner Entwicklung war das Wissen über und der Umgang mit dem eigenen Unterbewusstsein. Noch heute arbeite ich täglich mit dieser Methode. Aber auch die Umsetzung beeindruckte mich zutiefst. Es reicht eben nicht aus, ein Ziel zu haben, daran zu glauben und sein Unterbewusstsein als »Freund und Helfer« einzusetzen, es geht auch darum, zu handeln und Schritt für Schritt seine Träume und Ziele zu realisieren – und genau das vermittelt eben Napoleon Hill.

Und noch immer haben die von Napoleon Hill vermittelten Erfolgs-Denkweisen ihre Gültigkeit. Gerne empfehle ich deshalb Napoleon Hills Bücher in jedem meiner Seminare. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Ihnen nur ans Herz legen, die in diesem Buch beschriebenen Strategien und Techniken Napoleon Hills anzunehmen und in die Tat umzusetzen – und Sie werden erleben, wie Sie dabei auf der Erfolgsleiter höher und höher steigen.

Schweinfurt, 7. Januar 2010     Jürgen Höller (Mr. Motivation)

Vorwort

Vielleicht haben Sie, wie Millionen andere Menschen auf der Welt, bereits mit Gewinn Bücher von Napoleon Hill gelesen. Ob Sie nun Anhänger von Hills Lehren sind oder dies Ihre erste Begegnung mit seinen Schriften ist, diese Lektionen über das menschliche Potenzial werden Ihnen von hohem Nutzen sein.

Die Quellen des Buches, das Sie in Händen halten, sind Zeitschriften, die Hill vor mehr als 80 Jahren veröffentlicht hat. Hill’s Golden Rule Magazine und Hill’s Magazine erschienen mehrere Jahre lang, bevor Hill sein erstes Buch herausbrachte. Hills Lektionen sind eine Reihe von Abhandlungen über das menschliche Potenzial.

Die abgelegenen Berge des Wise County in Virginia, wo Hill im Jahr 1883 zur Welt kam, boten einem Jungen, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, nicht viele Möglichkeiten. Hills Mutter starb, als er zehn Jahre alt war; ein Jahr später heiratete sein Vater erneut. Napoleons neue Stiefmutter sollte sich für den kleinen Jungen als Segen erweisen. Martha war eine junge Witwe, und als Tochter eines Arztes war sie gebildet; sie entwickelte Zuneigung zu ihrem energiegeladenen Stiefsohn, der ständig Streiche ausheckte. Das neue Mitglied der Familie Hill war ein Quell der Förderung, der ein Leben lang floss. Später im Leben würdigte Hill seine Stiefmutter in ähnlicher Weise, wie es Abraham Lincoln mit seiner eigenen Mutter getan hatte, als er bemerkte: »Alles, was ich im Leben geworden bin, und alles, was ich je zu erreichen hoffe, verdanke ich dieser geliebten Frau.« Im Alter von dreizehn Jahren ertauschte er sich mit Hilfe seiner Stiefmutter für eine Pistole eine Schreibmaschine. Eine Serie von Artikeln bestärkte ihn darin, seine Berufung im Schreiben zu sehen.

Nach zwei Jahren auf der höheren Schule ging Hill auf eine Wirtschaftsfachschule, und nach dem Abschluss bewarb er sich um eine Stelle bei Rufus Ayres, einst Justizminister des Staates Virginia, Offizier der Konföderierten Staaten von Amerika sowie Kandidat für einen Sitz im US-Senat. General Ayres war im Bankgeschäft tätig sowie in der Holzwirtschaft und im Kohlebergbau, und Hill hielt ihn für den reichsten Mann der Berge. Nachdem er sich jedoch nun auf einmal zu einem Beruf im Rechtswesen hingezogen fühlte, überredete Hill seinen Bruder Vivian, dass sie sich gemeinsam an der Georgetown Law School bewerben sollten. Napoleon wollte als Autor arbeiten, um für beide das Studium zu finanzieren. Beide schrieben sich an der Georgetown Law School ein; Vivian machte seinen Abschluss, Napoleon jedoch wechselte die Richtung, nachdem er eine Stelle bei Bob Taylor’s Magazine erhalten hatte, einer Zeitschrift, die US-Senator Robert Taylor aus Tennessee gehörte. Hills Aufgabengebiet war es, Geschichten über Erfolge zu schreiben, zum Beispiel einen Artikel über den Aufstieg von Mobile in Alabama als Seehafen. Als er eines Tages zum amerikanischen Stahltycoon Andrew Carnegie geschickt wurde, entwickelte sich aus dem geplanten kurzen Interview ein Aufenthalt von drei Tagen in Carnegies 45-Zimmer-Villa. Carnegie regte Hill an, erfolgreiche Menschen zu interviewen, daraus eine Philosophie des Erfolges zu entwickeln und diese dann andere zu lehren. Hills Leben erhielt eine neue Richtung, und es blieb für ihn ein lebenslanges Abenteuer, erfolgreiche Menschen zu interviewen und der Frage nachzugehen, warum diese Erfolg hatten, während so viele andere erfolglos blieben.

Carnegies Empfehlung brachte den jungen Hill in Kontakt mit Henry Ford, Thomas Edison, George Eastman, John D. Rockefeller und vielen anderen berühmten Menschen seiner Zeit. Hill verwendete 20 Jahre und über 500 Interviews auf sein Studium der Prinzipien des Erfolgs, bevor er sein erstes Buch schrieb.

Hill wurde 87 Jahre alt und entwickelte im Lauf seines Lebens eine Philosophie der Prinzipien des Erfolgs, die heute noch so relevant ist wie damals, als er sie studierte und in seinen Büchern zu Papier brachte. Hills erstes Werk war dann gleich eine achtbändige Ausgabe mit dem Titel The Law of Success (Das Gesetz des Erfolges), die 1928 erschien. Er begann Honorare von 2000 bis 3000 Dollar im Monat zu erhalten, eine so ungeheure Summe, dass er sich einen Rolls-Royce zulegte, um den Guest River oben im Wise County zu besuchen, wo er seine Kindheit verbracht hatte.

Hill schrieb ein kleines Buch mit dem Titel The Magic Ladder to Success (Die magische Leiter zum Erfolg), das eine komprimierte Fassung der Laws of Success darstellte, jedoch auch ein zusätzliches Kapitel enthielt: »40 einzigartige Ideen«, mit denen sich Geld machen lässt. Zu Hills Ideen zählten automatische Tankstellen, an denen sich Autofahrer Tag und Nacht selbst bedienen können, schlüssellose Schlösser zur Diebstahlverhinderung und Getränke aus frischem Gemüse ohne Konservierungsstoffe. Man bedenke, dies war im Jahr 1930; die Liste zeigt, welch ein Visionär Hill war.

Ein weiterer Beleg dafür, dass Hill ein Visionär war, besteht in der Tatsache, dass ein großer Teil der Ratgeberliteratur, die heute erscheint, schlicht eine Neufassung dessen ist, was Hill bereits vor über 80 Jahren studiert und beschrieben hat.

So werden heute viele Bücher über das Gesetz der Anziehung geschrieben, als sei dies ein neu entdecktes Prinzip für Erfolg. Hill schrieb über dieses »neue« Prinzip in der März-Ausgabe 1919 von Hill’s Golden Rule Magazine; es ist hier in Lektion 4 »Das Gesetz der Vergeltung« enthalten.

Heute erscheinen haufenweise Bücher, die sich auf eines oder mehrere von Hills Werken beziehen, und er wird ohne Zweifel häufiger zitiert als jeder andere Motivationsautor oder -redner, der je gelebt hat. Die Zitate erfolgen teils wörtlich, teils leicht verändert.

1937 schrieb Hill sein berühmtestes Buch Think and Grow Rich (Denke nach und werde reich), das gleich im Jahr der Veröffentlichung, inmitten der großen Depression, zum Preis von 2,50 Dollar pro Exemplar, dreimal ausverkauft war, und dies ohne die Werbemaschinerie der heutigen Zeit. Think and Grow Rich wurde inzwischen weltweit über 60 Millionen Mal verkauft und verkauft sich auch heute noch rund eine Million Mal pro Jahr. Als Bestseller wird heute in der Regel ein Buch bezeichnet, das sich über 100000 Mal verkauft hat. Alle Bücher Hills haben höhere Verkaufszahlen, zumeist über 1 Million. Bei gefragteren Titeln sprechen Verleger heute von einer »Regallebenszeit« von ein bis zwei Jahren (die Zeitdauer, die ein Buch nachgefragt und in größeren Buchhandlungen vorrätig gehalten wird). Hills The Law of Success wird seit 1928 kontinuierlich verkauft, Think and Grow Rich seit 1937, Master Key to Riches (Glaube an dich und werde reich) seit 1945, Success Through a Positive Mental Attitude (Erfolg durch positives Denken) seit 1960, Grow Rich with Peace of Mind seit 1967 und You Can Work Your Own Miracles (Wunder, die Sie selbst vollbringen) seit 1971. Mit anderen Worten: Hills Bücher verkaufen sich heute besser als zu der Zeit, als er sie schrieb.

Don M. Green

Geschäftsführender Direktor

The Napoleon Hill Foundation

Einleitung

So haben Sie am meisten davon, wenn Sie dieses Buch lesen

Wenn Sie Bücher von Napoleon Hill lesen, finden Sie in etlichen von ihnen auch einen Abschnitt aus dem Bestseller Success Through a Positive Mental Attitude (Erfolg durch positives Denken), den er zusammen mit W. Clement Stone schrieb. Der Artikel heißt: »So haben Sie am meisten davon, wenn Sie dieses Buch lesen.«

Um die Kräfte zu erschließen, die Ihnen zur Verfügung stehen, müssen Sie zunächst bereit sein, die Informationen zu akzeptieren und anzuwenden.

Die Prinzipien für Erfolg werden bei Ihnen genau so funktionieren, wie sie es auch bei anderen getan haben, unabhängig von Bildung, Veranlagung und Umfeld. Wenn Sie allerdings der Überzeugung sind, Sie seien zum Scheitern verurteilt und könnten dagegen nichts machen, dann werden Sie mit Sicherheit auch scheitern. Die Entscheidung liegt bei Ihnen und nur bei Ihnen.

Die Formel 2V2A

Diese Formel sagt Ihnen nicht nur, was Sie tun sollen, sondern auch, wie Sie es tun sollen. Wenn Sie bereit sind, die Formel 2V2A anzuwenden, werden Ihnen die folgenden zwei Prinzipien den Erfolg gewährleisten:

  1. Verstehen, Verbindungen herstellen, Anpassen und Anwenden – so sollten Sie aus allem, was Sie sehen, hören und lesen, sowie aus Erfahrungen, die Ihnen helfen können, Ihre Ziele zu erreichen, Prinzipien, Techniken und Methoden ableiten. Dies wird Formel 2V2A genannt. 2V steht für Verstehen und Verbindungen herstellen, 2A für Anpassen und Anwenden.
  2. Motivieren Sie sich willentlich, lohnende Ziele zu erreichen, und richten Sie Ihre Gedanken darauf aus, beherrschen Sie Ihre Gefühle und beeinflussen Sie Ihr Schicksal.

Behalten Sie bei der Anwendung der Formel Ihre Ziele im Sinn und seien Sie bereit, nützliche Informationen aufzunehmen.

Konzentrieren Sie sich beim Lesen darauf, wie sich Bedeutung und Worte mit Ihren eigenen Zielen verbinden lassen. Lesen Sie das Material so, als schriebe der Autor nur für Sie.

Unterstreichen Sie beim Lesen Sätze und Passagen, die Ihnen als wichtig für Sie selbst erscheinen.

Schreiben Sie an den Rand, wenn Ihnen Ideen kommen, die nützlich sein könnten.

Denken Sie daran, wenn Sie lesen und die Formel 2V2A anwenden, dass der zweite Teil der Formel das Wichtigste ist. Viele Leser überfliegen diesen Teil und neigen dazu, ihn zu überspringen. Es sind dieselben Menschen, die für ihren Mangel an Erfolg Ausreden vorbringen oder anderen die Schuld geben. Wenn Sie nicht aktiv werden, ist der Kaufpreis eines Ratgebers nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt ist.

The Napoleon Hill Foundation

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Ihr soziales und physisches Erbe

Ihre Eltern haben Sie zu dem gemacht, was Sie sind, in physischer Hinsicht, Sie aber können aus sich machen, was Sie wollen, in geistiger Hinsicht.

Sie und jedes andere menschliche Wesen sind die Summe aus genau zwei Dingen: Vererbung und Umwelt.

Sie haben bestimmte physische Neigungen und Eigenschaften von Ihren Eltern geerbt. Weitere Neigungen und Eigenschaften haben Sie von Ihren Großeltern geerbt und von deren Eltern.

Ihre Körpergröße, Haar- und Augenfarbe, die Beschaffenheit Ihrer Haut und bestimmte andere physische Eigenschaften dieser Art haben Sie geerbt. Folglich ist an Ihrem physischen Erscheinungsbild vieles das Ergebnis von Ursachen, die außerhalb Ihres eigenen Einflussbereichs liegen.

Diese Eigenschaften, die Ihnen »auferlegt« wurden durch Ihr physisches Erbe, sind zum größten Teil Eigenschaften, an denen Sie wenig Substanzielles ändern können.

Anders ist es jedoch, wenn es um die Eigenschaften geht, die Sie aus Ihrer Umwelt heraus entwickelt haben, aus Ihrem sozialen Erbe, wie man es nennt. Diese Eigenschaften können Sie willentlich verändern. Eigenschaften, die Sie bis zum Alter von zehn Jahren entwickelt haben, lassen sich natürlich weit schwerer modifizieren oder verändern, weil sie tief verwurzelt sind, und es wird Ihnen schwerfallen, genug Willenskraft aufzubringen, um auch diese zu verändern.

Jeder Sinneseindruck, der Ihren Geist erreicht, vom Moment der Geburt an, durch jeden Ihrer fünf Sinne, ist Bestandteil Ihres sozialen Erbes. Die Lieder, die Sie singen oder hören, die Gedichte, die Sie lesen, die Bücher, die Sie studieren, die Predigten, denen Sie lauschen, die Dinge, die Sie sehen, sie alle sind Bestandteil Ihres sozialen Erbes.

Die wahrscheinlich einflussreichsten Quellen, aus denen sich die Neigungen speisen, die Ihre Persönlichkeit ausmachen, sind die folgenden: erstens die Lehren, die Sie zu Hause erfahren, von Ihren Eltern; zweitens Lehren durch Kirche und religiöse Unterweisung; drittens die Lehren öffentlicher oder privater Schulen; viertens Tageszeitungen, Zeitschriften und alles, was Sie sonst lesen.

Was Sie glauben, das glauben Sie – bei jedem Thema – aufgrund der Sinneseindrücke, die Ihren Geist erreichen. Ihr Glaube kann falsch oder richtig sein, je nach Zuverlässigkeit oder Unzuverlässigkeit, Wahrheit oder Falschheit dieser Sinneseindrücke.

Wenn Ihnen im Verlauf Ihrer Bildung beigebracht wurde, wie man richtig denkt; wie man Vorurteile überwindet, die an Rasse, Glauben, Politik und dergleichen anknüpfen; wie man darauf achtet, dass nichts als Fakten sich dem Geist einprägen; wie man alle Sinneseindrücke fernhält, die nicht der Wahrheit entspringen; dann dürfen Sie sich glücklich schätzen, denn dann werden Sie in der Lage sein, aus Ihrer Umwelt all das herauszufiltern, was Sie am besten nutzen können, um Ihre Persönlichkeit genau so zu entwickeln, wie Sie sie haben wollen.

Das physische Erbe ist etwas, das nicht in großem Umfang verändert werden kann, das soziale Erbe jedoch lässt sich verändern, man kann neue Ideen dazu bringen, die alten zu ersetzen, Wahrheit dazu, den Platz der Falschheit einzunehmen.

Ein kleiner, schwacher Körper kann dazu gebracht werden, einen großen Geist zu beherbergen, indem dieser Geist in der richtigen Weise durch das soziale Erbe geführt wird. Umgekehrt kann ein physisch starker Körper einen schwachen, untätigen Geist beherbergen, aus denselben Gründen. Der Geist ist die Summe aller Sinneseindrücke, die das Gehirn ereichen; daraus können Sie ersehen, wie wichtig es ist, dass diese Sinneseindrücke der Wahrheit entspringen, wie wichtig es ist, dass Sie frei von Vorurteil, Hass und dergleichen sind.

Der Geist ähnelt einem fruchtbaren Feld. Welche Früchte hervorgebracht werden, hängt von der Art der Samen ab, die gesät wurden, von den Sinneseindrücken, die ihn erreichen.

Wenn vier Quellen unter Kontrolle gehalten werden, dann können die Ideale einer Nation oder eines Volkes innerhalb einer Generation vollständig verändert oder sogar durch neue Ideale ersetzt werden. Diese vier Quellen sind: (1) was zu Hause vermittelt wird, (2) was von der Kirche vermittelt wird, (3) was in öffentlichen Schulen vermittelt wird und (4) Zeitungen, Zeitschriften, Bücher.

Diese vier Quellen können einem Kind jedes Ideal, jeden Gedanken, jede Idee so unauslöschbar aufzwingen, dass es im späteren Leben schwer, wenn nicht sogar unmöglich sein dürfte, diese Ergebnisse wieder zu entfernen oder zu verändern.

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Zusammenfassend halten wir es für lohnend, die zwei bisher getroffenen Hauptaussagen noch einmal in kurzen Worten zu wiederholen:

Erstens: Alle Ideale und Gewohnheiten, die dauerhaft in einem Menschen verankert werden sollen, müssen seinem oder ihrem Geist in früher Jugend eingepflanzt werden, nach dem Prinzip des sozialen Erbes. Eine so eingepflanzte Idee wird zum dauerhaften Bestandteil der Persönlichkeit und begleitet sie oder ihn das ganze Leben hindurch, außer in den sehr seltenen Fällen, dass noch stärkere Einflusse als diejenigen, die diese Idee eingepflanzt haben, ihr entgegenwirken oder sie zu löschen versuchen. Dieses Prinzip wird soziales Erbe genannt, weil es das Medium darstellt, durch das die dominierenden Eigenschaften einer Person mittels all jener Sinneseindrücke eingepflanzt und entwickelt werden, die den Geist aus seiner Umgebung erreichen, durch die fünf Sinne, unabhängig von und im Unterschied zu jenen physischen Eigenschaften, die von den Eltern vererbt werden.

Zweitens: Eines der wichtigsten psychologischen Grundprinzipien, nach denen der menschliche Geist funktioniert, ist seine Neigung zu wollen, was ihm vorenthalten und verboten wird oder schwer erreichbar ist. Im selben Moment, in dem Sie einen Gegenstand aus der Reichweite einer Person entfernen, wecken Sie im Geist dieser Person den Wunsch, diesen Gegenstand zu haben. Im selben Moment, in dem Sie einer Person verbieten, etwas zu tun, entsteht in dieser Person der starke Wusch, genau das zu tun, was ihr verboten worden ist. Der menschliche Geist hasst es, wenn er gezwungen werden soll, etwas zu tun. Wenn eine Idee dergestalt in den Geist einer Person eingepflanzt werden soll, dass sie dauerhaft dort bleibt, muss sie daher so präsentiert werden, dass die Person sie begrüßt und bereitwillig aufgreift. Jeder fähige Verkäufer ist mit diesem Prinzip vertraut und verfährt nach der Devise, die Vorzüge seiner Dienste, Güter oder Waren so zu präsentieren, dass dem potenziellen Käufer kaum bewusst ist, dass die Gedanken, die er entwickelt, nicht seinem eigenen Geist entsprungen sind.

Diese zwei Prinzipien sind es wert, von jedem berücksichtigt zu werden, der Führungskraft bei irgendeiner lohnenden Unternehmung werden will, denn jede erfolgreiche Führung beruht auf ihrer Anwendung. Ob Sie nun Güter verkaufen, in Medizin oder Rechtswesen tätig sind, Predigten halten, Bücher schreiben, an der Schule unterrichten oder Manager in Handel oder Industrie sind, Sie werden feststellen, dass sich Ihre Leistungen erheblich verbessern, wenn Sie diese zwei Prinzipen studieren, verstehen und anwenden, mit denen der menschliche Geist erreicht werden kann.

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Sie sind die Summe aus genau zwei Faktoren, Vererbung und Umwelt. Sie können nichts dagegen machen, dass Sie geboren worden sind, Sie können jedoch Ihre starken Züge ausbauen und Ihre schwachen Züge überwinden. Und Sie können Ihre Umwelt, Ihre Gedanken, Ihre Ziele, Ihr Lebensziel verändern. Es liegt an Ihnen; wollen Sie es? Dann können Sie es.